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03.12.2016 - 04:40
Foto: Markus Tschepp

Verdächtiger (21) nach Mord in Bayern festgenommen

26.07.2014, 10:22
Im Mordfall Bad Reichenhall hat die bayerische Polizei am frühen Donnerstagabend einen 21-jährigen Verdächtigen festgenommen, wie am Freitag bekannt wurde. "Es besteht Tatverdacht gegen einen jungen Mann. Wir müssen aber erst überprüfen, ob sich der Verdacht erhärtet oder nicht", sagte Polizeisprecher Stefan Sonntag. Der 21-Jährige bestritt die Tat in einer ersten Einvernahme. Die Polizei war nach über 300 Hinweisen aus der Bevölkerung auf die Spur des jungen Mannes gekommen.

Hat der 21- Jährige Alfons S. ermordet? Hat der Festgenommene die 17- jährige Sarah schwer verletzt? Die fünfzigköpfige "SOKO 14. Juli" arbeitete nach der Veröffentlichung des Phantombildes Hunderte Hinweise ab. Seit Dienstag wurden erneut mehrere Personen überprüft. Dabei war auch der nun festgenommene junge Mann in das Visier der Ermittler geraten.

Der Zugriff erfolgte schließlich am Donnerstagabend gegen 21 Uhr auf dem Parkplatz der Rupertustherme in Bad Reichenhall. Das Sondereinsatzkommando war vor Ort. Man wollte auf Nummer sicher gehen, da der Täter in der WM- Nacht so brutal vorgegangen war und ein Angriff auf die Einsatzkräfte nicht ausgeschlossen werden konnte. "Der junge Mann hat sich widerstandslos festnehmen lassen", berichtet Polizeisprecher Jürgen Thalmeier über den Moment, als die Handschellen klickten.

U- Haft verhängt

Nach der Festnahme durchsuchten die Ermittler noch mehrere Wohnungen. Ob dabei Tatwaffe und die Habseligkeiten des Mordopfers bzw. der Jugendlichen gefunden wurden, blieb vorerst unbeantwortet. Vier Stunden lang saß der 21- jährige Verdächtige Freitagabend beim Haftrichter, erst gegen 22 Uhr wurde Untersuchungshaft verhängt. Der junge Mann weist jede Schuld von sich.

"Das war für uns entscheidend, jetzt kann unsere Arbeit weitergehen", teilte Polizeisprecher Franz Sommerauer der "Krone" in den späten Abendstunden mit. Die Indizien, die den Festgenommenen belasten, müssen überprüft und mit den Ergebnissen der Spurensicherung zusammengeführt werden. Trotz des Zugriffs am Donnerstag soll die Präsenz der Exekutive in der bayerischen Kurstadt noch mehrere Tage verstärkt bleiben.

"Danke an alle, die um mein Leben kämpften"

"A herzliches Vergelt's Gott!" - mit diesem Dank richtete sich Sarah am Freitag in einem Brief aus dem Salzburger Landeskrankenhaus an alle, die ihr nach dem brutalen Verbrechen am 14. Juli halfen zu überleben und zu begreifen. "Sarah möchte sich bedanken", wandte sich Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner im Namen der 17- Jährigen an die "Krone". In dem handgeschriebenen Brief richtet sie das Wort an Ersthelfer, Rettungsleute, Polizisten, Kriseninterventionsteam, die SOKO und das Wachpersonal des ÖWD, das rund um die Uhr aufpasst, dass die Jugendliche sich ungestört im Salzburger LKH von ihren schweren Verletzungen erholen kann.

Lackner weiter: "Im Auftrag der Mutter darf ich noch einmal den Dank für die hervorragende Betreuung im Landeskrankenhaus hervorheben und jenen an die Froschhamer Zunft, die die Spendenaktion unbürokratisch ermöglichte." Viele Nachrichten sind bei der Familie nach dem 14. Juli eingegangen. "So schockierend dieses Gewaltverbrechen ist, so schön ist es, die Solidarität und Anteilnahme zu sehen. Ich hoffe und glaube, dass dies Sarah viel Kraft gibt", so der Oberbürgermeister abschließend über den Zusammenhalt in seiner Stadt.

Mord und brutaler Überfall

Bei der Bluttat in der Nacht auf den 14. Juli wurden in Bad Reichenhall der 72- jähriger Alfons S. getötet und die 17- jährige Sarah schwer verletzt. Der Mann wurde gegen 3 Uhr leblos in der Poststraße aufgefunden, 15 Minuten später wurde das Mädchen nur wenige hundert Meter weiter in der Berchtesgadener Straße brutal überfallen und mit Messerstichen verletzt. Sie musste auf die Intensivstation des Landeskrankenhauses Salzburg gebracht werden. Nach dem Täter wurde auch in Salzburg gefahndet (Berichte siehe Infobox). Bereits am Freitag der Vorwoche war ein Verdächtiger festgenommen worden. Doch er wurde von der Spurenauswertung entlastet.

26.07.2014, 10:22
Iris Wind, Kronen Zeitung/red
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