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21.09.2017 - 18:24
Georg Posch sucht seine Retterin.
Foto: Georg Posch

Tiroler (87) sucht seinen "Heimkehrerengel"

25.12.2015, 10:28

"Ich danke euch Kärntnern und verneige mich. Vor dem 'Heimkehrerengel' gehe ich auf die Knie", so Georg Posch. Dem Tiroler war am Ende des Zweiten Weltkrieges zweimal die Flucht geglückt. Heiße Erdäpfel der Bauern hielten ihn am Leben - und eine Frau mit Suppe. Nun sucht Posch diesen Engel.

"Europa lag in Trümmern und Millionen Menschen waren irgendwo, wo sie eigentlich nicht hingehörten", erinnert sich Posch an 1945, an das Leid, den Tod und die große Hilfsbereitschaft der Kärntner. Der Tiroler war in Jugoslawien gefangen genommen worden. Er konnte aber fliehen. Kurz darauf geriet er abermals in Gefangenschaft: mit 60.000 Soldaten auf einer Wiese im Klagenfurter Viktring. Auch von dort gelang die Flucht.

"Ich war bis heim nach Wörgl 23 Tage unterwegs, immer im Wald, da war es sicherer. Es waren ja überall Besatzer. Viele Soldaten waren auf der Flucht. Ohne einen Pfennig Geld, ohne eine Krume Brot. Aber immer, wirklich immer, haben uns die Kärntner zu essen gegeben. Und wenn's nur gekochte Kartoffel waren. Einmal hat ein Bauer sogar seine Schüssel hergeschoben. Von einer Frau hab ich ein Stück Speck bekommen: 'Erst essen, wenn es einen Tag nichts gab!'", erinnert sich der 87- Jährige.

"Ich kann mir nichts Heiligeres vorstellen"

Eines Tages gegen Mittag traf Posch in einem Wald bei Spittal auf Soldaten: Sie löffelten dicke Suppe. Eine junge Frau, 18 oder 19 Jahre alt, hatte einen Wasserkübel voll Suppe gebracht. Posch: "Es war wie ein Traum! Ich habe sie gefragt, warum sie das macht. 'Ich hoffe, mein Vater und meine Brüder, die auch irgendwo wie ihr unterwegs sind, bekommen ebenfalls zu essen. Ich bringe jeden Tag Suppe herauf', sagte sie. Das hat sie getan. Für Fremde. Ich kann mir nichts Heiligeres vorstellen."

Der pensionierte Hauptschuldirektor hat "mehr als 1000 Mal an sie gedacht" und hofft nun, die Wohltäterin zu finden. Posch: "Diese Frau steht für alle hilfsbereiten Kärntner. Man müsste ihr am Waldweg ein Denkmal setzen, eine Engelsfigur mit Suppenkübel - für den 'Heimkehrerengel'."

Hinweise sind erbeten an christina.kogler@kronenzeitung.at .

25.12.2015, 10:28
Christina N. Kogler, Kronen Zeitung/red
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