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11.12.2016 - 08:35
Foto: krone.tv/Robert Herbst, APA/GEORG HOCHMUTH / Video: krone.tv

Terror in Wien: Einsatzkräfte proben den Ernstfall

14.10.2016, 20:40

Mehrere Terroranschläge in Wien, unzählige Verletzte, bewaffnete Verdächtige - von diesem Schreckensszenario gehen die Einsatzkräfte bei einer groß angelegten Übung aus, die noch die ganze Nacht auf Samstag läuft. 300 Beamte der Cobra, WEGA und Polizei sind bei der Aktion ebenso im Einsatz, wie eine Vielzahl an Feuerwehr- und Rettungskräften. Eine kleine Kostprobe für Medien unter dem Titel "Show of Force" - auf Deutsch "Machtdemonstration" fand bereits am Abend noch vor der eigentlichen Übung statt.

Der dröhnende Lärm eines heranbrausenden Polizeihubschraubers und mehrere Explosionen untermalten den Beginn der Einsatzübung. Einer der Schauplätze: Ein stillgelegtes Areal nahe dem alten Gaswerk Leopoldau in Floridsdorf.

Foto: Martin A. Jöchl
Foto: Martin A. Jöchl
Foto: Martin A. Jöchl

Cobra erstürmt Gebäude

Die Annahme: Terroristische Anschläge, die Täter verschanzen sich nach einem Schusswechsel in einem Gebäude. Kurz darauf lodern auch schon Flammen aus den Fenstern. Exekutivkräfte eilen herbei. Die Außensicherung übernehmen Kräfte der Wiener WEGA, Luftunterstützung kommt von der Polizei. Rettungskräfte der Berufsrettung, dem Roten Kreuz, dem Arbeiter- Samariter- Bund, der Johanniter Unfallhilfe und dem Malteser Hospitaldienst kommen ebenfalls hinzu. Dann stürmt die Cobra das Objekt, überwältigt Terroristen, bringt Opfer in Sicherheit.

Foto: Martin A. Jöchl
Foto: Martin A. Jöchl
Foto: Martin A. Jöchl

Übungspläne waren geheim

Um zu gewährleisten, dass sich die einzelnen Organisationen nicht bereits im Vorfeld auf das genaue Szenario vorbereiten können, wurde dieses bis zum Beginn der Übung geheim gehalten. Nur eine kleine Planungsgruppe innerhalb der Cobra wusste genau, was am Freitagabend auf die Einsatzkräfte zukommt.

Foto: Martin A. Jöchl
Foto: Martin A. Jöchl
Foto: Martin A. Jöchl

Einsatzbereitschaft verbessern

Neben dem Ausschalten der Attentäter sowie der Versorgung von Opfern soll die Übung vor allem Erkenntnisse darüber liefern, wie das Zusammenspiel der Führungsstäbe von Polizei und Einsatzorganisationen funktioniert, hieß es seitens der Polizei.

Die letzte vergleichbare Übung liegt übrigens schon elf Jahre zurück und fand damals am Flughafen Wien- Schwechat und in Penzing statt.

Foto: Martin A. Jöchl
Foto: Martin A. Jöchl

Verstärktes Polizeiaufgebot" in ganz Wien

Die eigentliche Einsatzübung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit auch noch an anderen Plätzen in Wien statt. Deshalb kommt es "wienweit zu einem verstärkten Polizeiaufgebot", so Polizeisprecher Paul Eidenberger. Einsatzkräfte werden u.a. mit Schutzausrüstung und bewaffnet unterwegs sein.

Foto: Martin A. Jöchl

Kurzzeitige punktuelle Einschränkungen

Alleine vonseiten der Exekutive nehmen 300 Beamte teil, darunter die Cobra und der Entschärfungsdienst. Dazu kommen noch die Wiener Berufsrettung sowie der Zusammenschluss der Rettungsdienste. Gröbere Behinderungen für das öffentliche Leben, wie etwa beim Verkehr, sind dennoch nicht zu erwarten. Kurzzeitige punktuelle Einschränkungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Cobra- Chef: Abstrakte Terrorgefahr in Österreich

Terrorismus ist eine schwere Form der Kriminalität", konstatierte Cobra- Chef Bernhard Treibenreif. Die heimische Exekutive mit ihren Sondereinheiten sei gut aufgestellt, "wir sind gewaltig schlagkräftig in Österreich", sagte Treibenreif. Auch er bezeichnete die Terrorgefahr in Österreich als abstrakt. Habe es 2013 und 2014 noch eine hohe Zahl an "Foreign Fighters" gegeben, sei ihre Zahl durch Präventions- , Informations- und Deradikalisierungsmaßnahmen zurückgegangen.

Die Cobra hat acht Standorte in ganz Österreich. "Dieses Stützpunktsystem hat sich bewährt und wird derzeit in vielen Ländern Europas nachgebaut", erläuterte Treibenreif. "Binnen einer Stunde können wir überall in Österreich im Einsatz sein", sagte der Cobra- Chef.



14.10.2016, 20:40
krone.at/AG
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