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In Wiener Neustadt fiel ein Baum auf ein Auto
Foto: APA/FFWRN/PRESSETEAM DER FEUERWEHR WIENER NEUSTADT / Video: Einsatzdoku.at, krone.tv

Sturm fegt mit bis zu 130 km/h über Ostösterreich

30.11.2015, 12:03
Heftige Sturmböen mit Spitzen bis zu 130 km/h im Flachland sind am Montag über den Osten Österreichs hinweggefegt. Allein in Niederösterreich mussten die Feuerwehren in den Morgenstunden über 120 Mal ausrücken - besonders betroffen war hier Wiener Neustadt. In Wien wütete der starke Wind mit Böen von bis zu 100 km/h. Es gab zahlreiche Schäden. Auch der Flughafen Schwechat war betroffen - dort saßen 300 Passagiere eine Stunde lang in einer Maschine fest.

Etwa 500 Helfer rückten in den Morgenstunden vor allem in den südlichen Bezirken Niederösterreichs aus. Ein Hotspot war Wiener Neustadt. Dort wurde laut Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos, etwa das Dach eines Studentenheimes fast zur Gänze abgedeckt, was zur Folge hatte, dass umliegende Straßen gesperrt werden mussten. Zudem stürzten auf dem dortigen Flugfeld mehrere Kleinflugzeuge um, eines davon kam auf dem Dach in einer Zufahrt zu liegen. Es wurde von der Feuerwehr niedergezurrt, weil ein Aufstellen wegen des Sturms nicht möglich gewesen wäre. Etwa 75 Haushalte in der Stadt waren ohne Strom.

In Mödling hatte der Wind in den Nachtstunden eine rund 300 Quadratmeter großen Teil des Daches eines sechsstöckigen Wohnhauses vom Dachstuhl gerissen - Teile davon landeten auf einem Kindergarten sowie in einem nahen Park und auf der Straße. Die Kinderbetreuungsstelle blieb am Montag daraufhin geschlossen.

Lkws auf A2 umgeworfen

Gumpoldskirchen im Bezirk Mödling war ohne Strom. Auf der Südautobahn bei Wiener Neudorf warf der Sturm gleich drei Lkws um. Behinderungen und eine teilweise Sperre der A2 waren die Folge. Im Großraum Wien wurde Tempo 80 für die Strecke verfügt. Die elektronischen Überkopfanzeiger warnten vor starkem Seitenwind.

Foto: APA/FFWRN/PRESSETEAM DER FEUERWEHR WIENER NEUSTADT

Zudem war die Pottendorfer Linie zwischen Achau und Münchendorf unterbrochen. Umgestürzte Bäume hatten die Oberleitung beschädigt. Erste Sturmeinsätze gab es in der Früh auch im Bezirk Amstetten im Westen Niederösterreichs. Verletzte gibt es bislang nicht zu beklagen.

Zahlreiche Sachschäden in Wien

Auch in Wien tobte der Sturm mit Spitzen bis weit über 100 km/h - in Unterlaa etwa erreichten die Böen Geschwindigkeiten bis zu 126 km/h, auf der Hohen Warte wurden rund 104 km/h gemessen. Der Sturm führte dazu, dass Reklamen zerstört, Plakate und Markisen regelrecht zerfetzt sowie Baustellenabsperrungen aus der Verankerung gerissen wurden. Immer wieder krachten zudem Äste zu Boden.

An einem Haus an der Triester Straße/Hardtmuthgasse gab es laut Feuerwehr einen durchaus kritischen Einsatz: Die Verankerungen eines Baugerüsts hatten sich teilweise gelöst, wodurch es sich gefährlich in Richtung Straße neigte. "Wir kamen gerade noch rechtzeitig", sagte ein Feuerwehrsprecher. Das Gerüst wurde mit einem sogenannten Greifzug wieder in Position gebracht und gesichert.

Insgesamt musste die Feuerwehr bislang zu rund 200 Einsätzen ausrücken. Auch bei den Öffis kam es aufgrund der Böen teils zu Verzögerungen.

Allein in Wien wütete der Sturm heftig mit Böen bis zu 126 km/h.
Foto: "Krone"-Leserreporter Andreas Leeb-Hartner

Passagiere saßen in Schwechat in Flieger fest

Auch Fluggäste brauchten am Montag einiges an Geduld und zudem einen starken Magen. Aufgrund des heftigen Windes saßen allein 300 Passagiere der Air China rund 60 Minuten lang in einer Maschine am Flughafen Schwechat fest.  Der Flieger wurde dabei so heftig durchgerüttelt, dass sich mehrere Menschen an Bord übergeben mussten.

Auch am Dienstag in Ostösterreich stürmisch

Dabei haben wir, zumindest für den Montag, das Schlimmste bereits überstanden: Laut den Meteorologen werden in Nieder- und Oberösterreich bis zum Nachmittag nur mehr Böen von 70 bis 100 km/h, abends 50 bis 70 km/h erwartet. Doch bereits in der zweiten Nachthälfte wird es nochmals auffrischen und am Dienstag Spitzen von 100 km/h und darüber geben. Ob die Höchstwerte der vergangenen Nacht erreicht oder übertroffen werden, sei nicht vorherzusagen, da lokale Verwirbelungen einen durchaus starken Effekt haben könnten, hieß es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Am Mittwoch sollte es wieder abflauen und ab Donnerstag Hochdruckeinfluss wirksam werden.

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30.11.2015, 12:03
AG/red
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