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21.09.2017 - 11:51
Foto: APA/fotokerschi.at

Streit mit Nachbarn könnte "lebenslang" verhindern

18.02.2016, 07:20

Zwei Tote - erschlagen mit einer Eisenstange. Aber Familienvater Roland H. (41) aus Leonding in Oberösterreich hat gute Chancen, nicht als Mörder zu enden. Denn der jahrelange Nachbarschaftsterror könnte vor Gericht dem zweifachen Familienvater "lebenslang" ersparen, wenn ihn die Geschworenen "nur" wegen Totschlags verurteilen.

Bei diesem Paragrafen drohen fünf bis zehn Jahre Haft. "Zuerst lassen wir aber vom Gutachter prüfen, ob mein Mandant zum Tatzeitpunkt auch zurechnungsfähig war", sagt Andreas Mauhart, der Roland H. vertritt. Sollte der 41- Jährige tatsächlich als unzurechnungsfähig beurteilt werden, würde es nicht einmal einen Prozess geben. Doch die Variante gilt als unwahrscheinlich.

Weitaus plausibler ist, dass die Geschworenen den Leondinger wegen Totschlags oder absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Todesfolge verurteilen. Voraussetzung dafür wäre - wie es im Gesetz heißt - eine "allgemein begreifliche heftige Gemütsbewegung". Angeblich hätten Regina (71) und Erich Z. (74) dem 41- Jährigen und seiner Familie das Leben schwer gemacht - und vor der Attacke hätte das Paar auch "gestänkert".

"Manchmal stimmt einfach die Chemie nicht"

Was Nachbarschaftsstreitereien auslöst und wie man sie aus der Welt schaffen kann, weiß die Mediatorin Sandra Thaler aus Linz. "Manchmal stimmt einfach die Chemie nicht. Sehr oft ist es Lärm, auch durch Kinder, oder dass nachts Flaschen in Container geworfen werden. Ich habe viel mit Landwirten zu tun, da geht es oft darum, dass der Traktor in der Nacht fährt, um Zufahrten oder um Bauvorhaben", so die Mediatorin.

Miteinander zu sprechen kann helfen, aber: "Oft wollen es die Leute, aber sie halten es nicht aus, dass sie einen Konflikt haben. Da kann ein Mediator helfen. Wir hatten einmal den Fall der klassischen alten, bösen Nachbarin. Sie wollte reden, fand aber nicht die richtigen Worte. Es stellte sich heraus, dass sie einfach nur einsam war", erklärt Thaler.

"Konflikte schwelen oft sehr lange"

Eskalationen wie zuletzt in Leonding sind zum Glück aber sehr selten. "Konflikte schwelen oft sehr lange auf einer mittleren Eskalationsstufe, wir kennen neun davon. Prävention ist wichtig: Wir appellieren an die Menschen, nicht wegzuschauen, wenn es brodelt, und den Hausmeister oder die Wohngesellschaft zu informieren", so der Rat der Mediatorin.

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Markus Schütz, Kronen Zeitung/red
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