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05.12.2016 - 11:39
Foto: APA/ROBERT JAEGER (Symbolbild)

Steirische Polizei rettet Frauen vor Vatermörder

22.08.2015, 17:42

Mordrätsel in drei Ländern: Im oststeirischen Neudau sucht die Polizei nach einer gelben Tasche mit Leichenteilen. Es sind die sterblichen Überreste eines 75- jährigen Rumänen, der vom eigenen Sohn getötet und zerstückelt worden war. Der Tatverdächtige wurde dann in der Nähe des ungarischen Grenzüberganges Ártánd verhaftet.

Am Donnerstag kam der Verdächtige zu einem Verwandtenbesuch in die Steiermark. Dabei redete er wirr und verbot allen, einen Blick in seine gelbe Tasche zu werfen. Mit dieser blieb er dann die ganze Nacht verschwunden. Freitagfrüh tauchte er - ohne die Tasche - mit blutverschmierten Händen auf, stammelte wieder Unverständliches. Um die Mittagszeit fuhr der 40- Jährige dann nach Rumänien zurück, die Schwester (42) und seine 17- jährige Nichte nahm er mit.

"Bitte, bitte helfen Sie mir!"

Um 14 Uhr kam dann der Kriminalfall so richtig ins Rollen, als die ältere Schwester der 17- Jährigen weinend die Hartberger Polizei um Hilfe anflehte. Von der geschockten Großmutter hatte sie telefonisch erfahren, dass 680 Kilometer östlich, im rumänischen Dorf Hodos, Leichenteile des Opas entdeckt worden waren. Tatverdächtig ist der 40- jährige Sohn: "Der ist jetzt mit der Mama und meiner Schwester unterwegs. Sie sind in Lebensgefahr. Bitte, bitte helfen Sie mir!"

"Die Lage war ernst, ein Wettlauf gegen die Zeit", berichtet Josef Gruber von der Hartberger Polizei, der mit seinem Chef Martin Spitzer nun einen möglichen Doppelmord verhindern musste: "Wir haben eine Kontaktbeamtin in Bukarest um Hilfe gebeten und Kontakt mit der ungarischen Polizei aufgenommen." In der Zwischenzeit versuchte die 19- Jährige, ihre Mutter über Handy zu erreichen - vergebens.

"Laufen Sie mit Ihrer Tochter weg"

Um 16.30 Uhr meldete sich die 42- Jährige endlich bei ihrer Tochter. Ihr "seltsamer" Bruder, der ihr während der Fahrt mehrere Male das Handy wegnehmen wollte, habe sie und die 17- Jährige etwa 25 Kilometer von der ungarisch- rumänischen Grenze entfernt kurz aussteigen lassen. Gruber ging sofort ans Telefon: "Laufen Sie mit Ihrer Tochter weg, Sie sind in größter Gefahr!" Daraufhin brachten sich die beiden in Sicherheit.

Minuten später nahm die Polizei den Verdächtigen fest. Der 40- Jährige wurde mittlerweile in sein Heimatland überstellt. Sein Motiv ist unklar. Im Raum Neudau sucht die Polizei nun nach der gelben Tasche. Darin sollen sich Körperteile des Mordopfers befinden. Spürhunde sind eingesetzt.

Was den Verbleib der gelben Tasche betrifft, ersucht die Hartberger Polizei um Hinweise unter der Telefonnummer 059133/6230.

22.08.2015, 17:42
Manfred Niederl und Christoph Budin, Kronen Zeitung
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