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09.12.2016 - 03:29
Foto: Andreas Graf (Symbolbild)

Steirer wollte Kinder entführen und behalten

26.04.2014, 09:07
Im steirischen Voitsberg hat die Polizei am Freitag möglicherweise eine "tickende Zeitbombe" aus dem Verkehr gezogen. Ein Frühpensionist hatte ein Mädchen und zwei Buben angesprochen, wollte sie im Taxi mitnehmen und – wie er zugab – zu seinen Kindern machen. Und es waren nicht die einzigen Opfer! Nun sitzt der 56-Jährige hinter Gittern.

Freitag um 7.30 Uhr befand sich ein Zwölfjähriger in Begleitung seines Freundes (11) und eines neun Jahre alten Mädchens auf dem Weg zur Schule, als er auf dem Hauptplatz von einem Unbekannten angesprochen wurde. "Wo geht's ihr hin?" - "Zur Schule." - "Soll ich ein Taxi anrufen und euch dort hinbringen?" Da bekamen es die Kinder mit der Angst zu tun und rannten weg. Auf einer Strecke von 100 Metern wurden sie verfolgt. Waren die drei froh, als sie die Schule betraten!

Mann ist bereits amtsbekannt

Das verängstigte Trio vertraute sich sofort einer Lehrerin an, die umgehend die Polizei verständigte. "Die Personsbeschreibung passte auf einen Steirer, der amtsbekannt ist", berichtet ein erhebender Beamter: "Deshalb konnten wir den Beschuldigten schon nach einer halben Stunde ausforschen. Er befand sich noch in der Nähe der Schule und wollte dort nach ersten Angaben nur spazieren gehen."

Bei dem Weststeirer handelt es sich um einen Frühpensionisten, der nach dem Motto lebt: "Die Liebe ist das Leben, das Leben ist die Liebe." Das klingt ja noch harmlos, wären da nicht krause Gedanken im Gehirn des Mannes, bei dem niemand weiß, wie weit er gehen würde.

Steirer wollte Kinder zu seinen eigenen machen

Bei der Einvernahme präsentierte sich der 56- Jährige als großer Freund der Kinder, die voller Begeisterung auf ihn zugegangen seien, und verwies auf seinen "bestens ausgeprägten Beschützerinstikt". Auf die Frage, ob er die drei Kinder mitnehmen wollte, antwortete er ohne mit der Wimper zu zucken mit einem deutlichen "Ja". Er habe sie "rechtmäßig" zu seinen eigenen Kindern machen wollen.

Noch während der ersten Erhebungen meldeten sich aufgeregte Bewohner bei der Polizei. Sie gaben an, dass der Beschuldigte in den vergangenen Wochen mehrmals versucht habe, Mädchen und Buben in sein Auto zu locken. Zum Glück gelang den Kindern jedes Mal die Flucht und sie erzählten den Eltern, was geschehen war – die meisten von ihnen haben heute noch Albträume.

Bereits in Justizanstalt überstellt

Daraufhin hielt die Voitsberger Polizei Rücksprache mit dem Gericht. Bereits um 9.30 Uhr wurde Haftbefehl erlassen. Der Weststeirer reagierte teilnahmslos, als er nach Graz in die Justizanstalt Jakomini gebracht wurde. Dort wird sich unter anderem auch ein Psychiater mit dem Mann beschäftigten.

26.04.2014, 09:07
Manfred Niederl, Kronen Zeitung/red
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