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28.06.2017 - 14:56
Foto: Stefan Ruef

Stadtschulrat zeigt gefeuerten Schuldirektor an

13.05.2015, 11:53
Nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass der Ex-Schuldirektor einer Wiener Elite-Schule die Informatik-Note im Zeugnis eines Schülers "verbessert" haben soll, ist am Mittwoch der Stadtschulrat aktiv geworden: Der Fall wurde von der Bildungsbehörde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Nach "Krone"- Recherchen sieht die Sachlage wohl so aus: Der Schuldirektor soll einem Schüler ein "Duplikatszeugnis" ausgestellt haben, um ihm zu ermöglichen, im Fach Informatik zur Matura antreten zu können. Der Grund, so heißt es: Der Bursche soll vor zwei Jahren am Wahlpflichtfach Informatik teilgenommen haben, aber nicht offiziell angemeldet gewesen und somit nicht korrekt benotet worden sein. Der Schulleiter habe nachgeholfen. Mitschüler des Maturanten fanden das aber offenbar nicht sehr lustig und schlugen bei ihren Eltern Alarm. Wie berichtet, wurde dem Direktor daraufhin umgehend gekündigt.

Eltern via Mitteilungsheft informiert

"Aus administrativen Gründen" arbeite Herr K. nicht länger an der Schule, wurde den Eltern via Mitteilungsheft ihrer Kinder lapidar mitgeteilt. Auch beim Stadtschulrat hielt die Privatschulleitung laut Pressesprecher Matias Meissner mit Hintergrundinfos hinterm Berg. Ein idealer Nährboden für die wildesten Spekulationen: Die Gerüchte rund um den nach nur einem Jahr gefeuerten Direktor reichten von Sex- Vorwürfen über verkaufte Schulplätze bis hin zur Abzweigung von Schulgeldern.

"Es geht um Dokumentenfälschung"

"Stimmt alles nicht", hieß es seitens der Anstaltsleitung: "Es geht um Dokumentenfälschung. Er hat ein Zeugnis gefälscht, das geht nicht." Die Konsequenz war rigoros: "Wir haben sofort reagiert und den Direktor gekündigt." Bekannt geworden sei bis dato "nur" ein Fall - aber schon das sei "einer zu viel".

Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Zunächst war der Fall nicht angezeigt worden, K. unterrichtet daher dem Vernehmen nach weiterhin - an einer anderen Schule. Nun wurde aber der Stadtschulrat aktiv: Im Fall eines solchen Vorwurfs sei die Staatsanwaltschaft am Zug, hieß es seitens der Schulbehörde. Daher habe man dieser eine Sachverhaltsdarstellung übermittelt. Ermittlungen wegen Urkundenfälschung sind im Laufen.

13.05.2015, 11:53
Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung/red
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