Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
25.04.2017 - 13:34
Foto: Andi Schiel

Spionage- Angriff auf Siemens in Österreich

21.07.2014, 06:00
Mitten in die Diskussion um NSA-Agenten und die Wiener US-Botschaft platzt jetzt ein echter Wirtschaftskrimi: Siemens Österreich soll Opfer einer Spionage-Attacke geworden sein. Ein Ex-Manager soll seinem Nachfolger Geld für ein gut gehütetes Betriebsgeheimnis geboten haben. Es geht um einen Riesenauftrag und Hunderte Arbeitsplätze.

Der Akt mit dem Kürzel 16St438/13i liest sich wie das Drehbuch für einen spannenden Hollywood- Agententhriller. Die Wiener Staatsanwaltschaft lässt seit Monaten das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ermitteln. Aus "nationalem Interesse" wird aber alles unter Verschluss gehalten.

ULF-Baupläne wie diese sind im Internet zu finden.
Foto: Andi Schiel

Im Visier steht ein hochrangiger Ex- Manager von Siemens Österreich mit chinesischen Wurzeln. Der Diplom- Ingenieur war beim Weltkonzern in der Sparte Schienenfahrzeuge für Aufträge aus dem asiatischen Raum zuständig. Schließlich trennte man sich - angeblich im gegenseitigen Einvernehmen.

Ex- Manager soll 100.000 Euro für Geheim- Infos geboten haben

Genau hier wird es jetzt heikel. Denn der Enddreißiger soll im Herbst des vergangenen Jahres seinen Nachfolger angerufen haben. Die beiden Ex- Kollegen vereinbarten ein Treffen im Schanigarten der Wiener Panoramaschenke. Und dann soll ein unmoralisches Angebot gefallen sein: 100.000 Euro und später noch mehr für Baupläne und Details der Niederflur- Straßenbahn ULF.

Das bestgehütete Betriebsgeheimnis von Siemens ist der weltweit von der Konkurrenz derzeit noch unerreichte, quasi barrierefreie Einstieg in die Bim. Für Siemens wäre der Verlust dieses technischen Vorsprungs eine mittlere Katastrophe. Vor allem für das erst vor Kurzem mit viel Geld erweiterte Werk in Simmering.

Siemens kämpft um Riesenauftrag

Doppelt brisant macht die geheim geführten Ermittlungen auch der Umstand, dass derzeit ein Riesenauftrag über mehr als 350 Millionen Euro von der Stadt Wien über neue Straßenbahnen ausgeschrieben ist. Die Entscheidung soll im Herbst fallen. Bekommt Siemens den Auftrag nicht, wird intern in der Folge der Verlust von Hunderten Arbeitsplätzen befürchtet, vor allem am Wiener Standort.

Mittlerweile wurden Computer des früheren Managers unter die Lupe genommen. Tatsächlich sollen darauf Baupläne gewesen sein. Diese will der Verdächtige aber aus frei zugänglichen Seiten im Internet heruntergeladen haben. Er sei eben persönlich am ULF interessiert. Nun steht Aussage gegen Aussage. Für wen oder ob der Ex- Siemens- Mitarbeiter spioniert hat, müssen die Gerichte klären. Es drohen bis zu drei Jahre Haft.

21.07.2014, 06:00
Christoph Budin, Kronen Zeitung/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum