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Foto: Reinhard Holl / Video: APA

Sonntagsöffnung: 73% der Wiener Unternehmer dafür

09.12.2014, 11:22
Die Mitgliederbefragung der Wiener Wirtschaftskammer zur umstrittenen Sonntagsöffnung hat ein eindeutiges Ergebnis gebracht: Fast drei Viertel der Unternehmer stimmten für die Möglichkeit, die Geschäfte in Tourismuszonen am Sonntag offen zu halten. Exakt waren es 72,6 Prozent der Befragungsteilnehmer, die sich für die Sonntagsöffnung aussprachen, teilte die WKO am Dienstag mit.

Die Wiener Tourismusbranche jubelt naturgemäß über das Ergebnis. Man sei "hocherfreut", auch über die Zustimmung zu einer Winteröffnungserlaubnis für Schanigärten, hieß es in einer Aussendung der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wiener Wirtschaftskammer. Auch die Hoteliervereinigung zeigte sich zufrieden. Ob die Sonntagsöffnung aber tatsächlich kommt, wird von der Stadt bzw. den Sozialpartnergesprächen abhängen.

Überwältigende Mehrheit für ganzjährige Schanigärten

Auch in Sachen Schanigärten könnte sich einiges ändern: 80,9 Prozent der teilnehmenden Unternehmer stimmten für eine ganzjährige Öffnung von Freiluft- Gastrobereichen. Die Bewirtung von Gästen im Freien ist derzeit nur zwischen Anfang März und Ende November möglich. Außerdem wünschen sich 60,1 Prozent der Kammermitglieder eine Senkung der SVA- Krankenversicherungsbeiträge.

Wermutstropfen der Befragung ist die relativ geringe Rücklaufquote: Von den rund 90.000 verschickten Stimmzetteln wurden laut WKO 14.465 retourniert - ein Anteil von 16 Prozent. Kammerchef Walter Ruck war dennoch zufrieden, auch mit dem Ergebnis: "Die Kammermitglieder haben ein deutliches Votum für mehr unternehmerische Freiheit abgegeben", sagte er.

WKO: Auftrag an Politik, Gespräche mit Gewerkschaft

Die Entscheidung sei ein Auftrag an die Politik, die gewünschten Änderungen rasch umzusetzen, so Ruck. Er will nun mit der Gewerkschaft Kontakt aufnehmen und diese zu einem Gespräch einladen: "Dann werden wir, so nehme ich an, unsere Verhandlungsteams nominieren und einen Zeitrahmen setzen." Ruck nannte auch einen Wunschtermin für die Einrichtung von Tourismuszonen: den Song Contest Ende Mai. Wien könne bei dieser Gelegenheit einen "Schritt Richtung Weltstadt" setzen.

In allen anderen Bundesländern gebe es bereits Tourismuszonen, so Ruck. In Wien sollen diese "jedenfalls den ersten Bezirk umfassen", wenn es nach der WKO geht. Eine entsprechende Verordnung könnte auch den unteren Teil der Mariahilfer Straße oder den Bereich um Schönbrunn einschließen. Durch solche Zonen erwartet sich die Wirtschaftskammer etwa 800 zusätzlich Arbeitsplätze, die Mehreinnahmen würden mindestens 140 Millionen Euro betragen.

Gewerkschaft sieht kein "relevantes Votum"

Die Gewerkschaft sieht in der Umfrage allerdings kein "relevantes Votum", wie am Dienstag betont wurde. Ein Rücklauf von 16 Prozent sei "alles andere als berauschend", so der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA- djp), Wolfgang Katzian. Das Ergebnis sei weder überraschend noch ändere es etwas an der Haltung zu Tourismuszonen in der Wiener Innenstadt. Und es lasse sich daraus "selbst mit viel Phantasie" kein überzeugender Verhandlungsauftrag herauslesen.

"Für uns bleiben selbstverständlich die Interessen der betroffenen Handelsangestellten im Zentrum aller Verhandlungen und wir gehen davon aus, dass auch eine Entscheidung der Stadt Wien nicht über die Köpfe der Wiener Handelsangestellten hinweg getroffen wird", ergänzte der Vorsitzende des Wirtschaftsbereiches Handel in der GPA- djp, Franz Georg Brantner. Der Obmann der Sparte Handel, Erwin Pellet, freut sich jedenfalls über die große Zustimmung (72,6 Prozent): "Das ist ein klares Signal für ein Aufschließen von Wien zu anderen europäischen Weltstädten."

Häupl beharrt auf sozialpartnerschaftlicher Lösung

Wiens Bürgermeister Michael Häupl zeigte sich indes vom Ergebnis der Befragung relativ unbeeindruckt. Bevor man über eine solche Aufsperrerlaubnis rede, müssten sich die Sozialpartner einigen, bekräftigte er am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz.

"Der primäre Ansprechpartner der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer ist das Pendant in der Gewerkschaft der Privatangestellten", so Häupl. Sollten die Sozialpartner zu einer Einigung bezüglich der Entlohnung des Personals bzw. der räumlichen Abgrenzung der Tourismuszone zu ihm kommen, werde er gerne darüber reden.

"Zehn Prozent haben dafür gestimmt"

Nicht ganz ohne Häme kommentierte Häupl die Rücklaufquote der Mitgliederbefragung - nur 16 Prozent hatten den Fragebogen retourniert. "Ich nehme also zur Kenntnis, dass in etwa zehn Prozent der Unternehmer dafür gestimmt haben." Und er finde es freilich auch interessant, "was der Bäcker aus Liesing oder der Installateur aus Floridsdorf zu einer Tourismuszone in der Wiener Innenstadt sagt", bezog sich der Bürgermeister auf den Umstand, dass die Wirtschaftskammer all ihre Mitglieder über das Thema hatte abstimmen lassen.

09.12.2014, 11:22
red/AG
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