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02.12.2016 - 20:21
Foto: thinkstockphotos.de, APA/Barbara Gindl, euroluftbild.de/Grahn

So fädelte BND- Mann Deal mit CIA in Salzburg ein

06.07.2014, 19:00
Deutschland ist empört, die USA stecken den Kopf in den Sand: Ein Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) soll zwei Jahre lang den US-amerikanischen Geheimdienst CIA mit vertraulichen Dokumenten versorgt haben. Papiere und Geld sollen in Salzburg getauscht worden sein. Aufgeflogen ist der Spion aber erst, als er Ende Mai per Mail auch mit den Russen in Kontakt trat.

"Ja, das mit den Russen stimmt. Aber seit zwei Jahren schon liefere ich auch an die Amerikaner" - was der 31 Jahre alte Verdächtige mit dieser Aussage auslöste, war ihm wohl nicht bewusst. Zumal seine ermittelnden Kollegen aus der Abteilung "Innere Dienste" von seinem USA- Kontakt bis dato noch nicht einmal eine leise Ahnung hatten.

E- Mail an Russen brachte BND auf Spur von Kollegen

Sie waren ihrem Bundesnachrichtendienst- Kollegen erst auf die Spur gekommen, als sie eine E- Mail von ihm an das russische Generalkonsulat in München abgefangen hatten. Auch diesem wollte der laut einem Bericht der "Bild"- Zeitung körperlich schwerbehinderte und geltungsbedürftige 31- Jährige seine "Doppelagenten- Dienste" anbieten. Genauso wie er es bereits vor über zwei Jahren mit den Amerikanern machte - laut eigenen Aussagen bis heute.

Insgesamt 218 geheime Dokumente zum NSA- Ausschuss des deutschen Bundestages soll der BND- Mann an die CIA übermittelt haben. Die deutschen Dienste seien sich sicher, dass die CIA in die Angelegenheit involviert sei, hieß es bei der "Bild am Sonntag". Einmal pro Woche soll es einen Fixtermin für die Übermittlung brisanten Daten gegeben haben. Dabei hat der an einen Agententhriller erinnernde Deal laut Angaben des Verdächtigen seinen Anfang in Salzburg genommen.

Erstes Treffen in Salzburger Hotel

Nach der E- Mail- Kontaktierung der US- Botschaft soll es in einem Hotel in der Salzburger Innenstadt zum ersten Treffen gekommen sein. Für die ersten Dokumente gab es von den in Österreich stationierten CIA- Agenten 10.000 Euro in bar - und einen Laptop drückten sie dem 31- Jährigen auch noch in die Hand. Insgesamt soll der BND- Mann 25.000 Euro für seine Dienste erhalten haben.

Bei dem Laptop, den er bei dem ersten Treffen bekam, handelte es sich um einen ganz speziellen Computer, wie die deutschen Ermittlungsbehörden durchsickern ließen. Auf dem Computer war demnach eine manipulierte Wetter- App installiert. Klickte man auf das Programm, gab es keine Temperaturen, stattdessen baute sich eine Direktverbindung zu den Kontaktmännern der CIA auf. Und so kam es zu mindestens drei weiteren Treffen auf österreichischem Boden, bis der Verdächtige nun auf der Rückreise in Bayern verhaftet wurde.

Affäre droht zu Prüfstein für Beziehungen zu USA zu werden

Die Spionage- Affäre entwickelt sich jedenfalls zu einer neuen Belastung für das deutsch- amerikanische Verhältnis. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, sei das "ein Spiel mit Freundschaften und enger Verbundenheit", sagte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck am Wochenende. Gauck, der in der DDR so wie Kanzlerin Angela Merkel die Stasi- Umtriebe persönlich erlebt hat, donnerte in einem TV- Interview an die Adresse der USA: "Jetzt reicht's auch einmal."

Innenminister Thomas de Maiziere verlangte unterdessen "schnelle und eindeutige Äußerungen" der USA. Es handle sich um einen "sehr schwerwiegenden" Vorfall, sagte er der "Bild"- Zeitung. Zugleich warnte der Innenminister aber vor voreiligen Schlüssen.

Clinton: "Ganz klar ein ernstes Thema"

Während US- Präsident Barack Obama vorerst zu der Affäre schwieg, zeigte sich die frühere US- Außenministerin Hillary Clinton besorgt über den Spionagefall. "Das ist ganz klar ein ernstes Thema", sagte sie am Sonntag bei einer Podiumsdiskussion in Berlin. Sie wisse darüber aber nur das, was in den Medien berichtet worden sei. "Wir müssen abwarten, wie die Faktenlage ist."

06.07.2014, 19:00
Klaus Loibnegger und Kurt Seinitz, Kronen Zeitung/AG/red
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