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30.03.2017 - 09:34
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER, APA/ROLAND SCHLAGER

Sinnlose AMS- Kurse: Volksanwalt schaltet sich ein

10.01.2014, 16:50
Ein Kurs für die Karriereplanung - und das 53 Tage vor Pensionsantritt. Eine Schulung, die für den nächsten Job fit machen soll - ebenfalls kurz vor dem Ruhestand. Die Affäre um die sinnlosen AMS-Weiterbildungen ruft nun die Volksanwaltschaft auf den Plan. Diese leitet ein amtliches Prüfungsverfahren ein.

53 Tage bevor er in Pension geht, muss ein 62- jähriger Wiener noch einmal die Schulbank drücken. Das AMS verpflichtete ihn zu einem Kurs, in dem er lernen soll, wie er seine Karriere plant und Bewerbungen verfasst. Ähnlich ergeht es einem Grazer: Weniger als vier Monate vor seinem Ruhestand wird er in eine Fortbildung, die ihn fit für den nächsten Job machen soll, geschickt. Solche absurden Fälle gibt es zuhauf (siehe Infobox).

Kräuter: "Unsinn gehört schleunigst abgestellt"

"Dieser Unsinn gehört schleunigst abgestellt", so Volksanwalt Günther Kräuter nun zur "Krone". Er leitet deshalb nun ein amtliches Prüfungsverfahren gegen das AMS ein. "Diese sinnlosen Kurse sind nicht nur aus ökonomischer Sicht inakzeptabel, weil sie enorme Kosten verursachen, sondern auch für die Betroffenen unzumutbar", sagt Kräuter. Der Karriereplan- Lehrgang etwa kostet 1.000 Euro pro Teilnehmer. Und bei Exkursionen im Zuge der Kurse wird Geld beispielsweise für Museumsbesuche verschwendet.

Bereits in wenigen Wochen soll es ein Ergebnis der Prüfung geben. Kräuter: "Wenn die detaillierten Auskünfte vorliegen, wird der Missstand sichtbar und kann endlich behoben werden." Das AMS hatte bereits "gewisse Probleme" zugegeben.

Kommentar von Doris Vettermann: "Geschönte Statistik"

Egal wie, wann und zu welchem Zweck - Hauptsache ein Kurs. Das ist offenbar die Strategie des AMS. Denn dass jemand kurz vor Pensionsantritt lernen muss, wie er Bewerbungen schreibt, ist zwar völlig absurd und sinnlos, aber kein Einzelfall. Jeder, der schon einmal auf das AMS angewiesen war, kann abenteuerliche Geschichten erzählen. Von Fortbildungen, die so gar nichts mit dem bisherigen beruflichen Alltag zu tun haben, von Dingen, die längst selbstverständlich sind und auch rein gar nichts bringen.

Doch diese Kurse schönen freilich die Arbeitslosenstatistik, die ohnehin immer alarmierender wird. So waren im Dezember 2013 361.279 Personen arbeitslos gemeldet. Das klingt natürlich weit besser als 428.143. So viele sind es nämlich, wenn jene, die in Schulungen - wie unnötig diese auch immer sein mögen - sitzen, dazugerechnet werden. Wie sehr die düsteren Arbeitslosenzahlen verharmlost werden, zeigt die deutliche Zunahme an Kursen: ein Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zum Dezember 2012.

10.01.2014, 16:50
Doris Vettermann, Kronen Zeitung/red
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