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07.12.2016 - 17:20
Berufsschüler Stefan Jovcic verlor wie viele seiner Kollegen sein Hab und Gut.
Foto: Marion Hörmandinger

Schüler (19): "Alle meine Sachen sind futsch"

10.05.2016, 07:56

Die Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen gewesen: Das altehrwürdige Schloss Ebenzweier im oberösterreichischen Altmünster wurde am Montagnachmittag ein Raub der Flammen. Das 700 Jahre alte Gebäude, das heute als Unterkunft für 265 Internatsschüler dient, wurde fast völlig zerstört. Heftiger Wind machte einen harmlosen Brand zum Inferno. "Alle meine Sachen sind futsch", klagt ein betroffener Schüler.

"Gerufen wurden wir zu einem an sich harmlosen Böschungsbrand. Während wir auf dem Weg zum Einsatzort waren, breiteten sich die Flammen auf Fassade und Dachstuhl des Schlosses aus", berichtete Robert Benda von der Freiwilligen Feuerwehr Altmünster. Rasch wurde Alarmstufe 3 - das ist die höchste - ausgerufen, insgesamt 27 Feuerwehren waren im Einsatz.

Foto: Marion Hörmandinger

Das Feuer war an einem Efeubusch direkt beim Haupteingang des Schlosses ausgebrochen. Die an diesem Tag heftigen Windböen fachten die Flammen noch zusätzlich an - das Feuer fraß sich in Windeseile bis zum Dachstuhl hinauf, der auch binnen kurzer Zeit in Vollbrand stand.

Das 700 Jahre alte Gemäuer dient seit den 1970er- Jahren als Internat für die 265 Lehrlinge der Berufsschule Altmünster gleich nebenan - die meisten Schüler waren zum Zeitpunkt des Brandausbruchs aber im Schulgebäude gegenüber.

Foto: fotokerschi.at/Werner Kerschbaummayr

"Wir haben gedacht, es ist nur eine Probe"

Kochlehrling Stefan Jovcic (19) aus Niederösterreich schildert die ersten Minuten des Feuerinfernos: "Es war Mittagspause, wir sind draußen gestanden und haben eine geraucht. Dann sind wir rauf aufs Zimmer. Zehn Minuten später hat die Sirene losgeheult. Wir haben alle gedacht, dass es nur eine Probe ist, weil wir in der ersten Stunde gehört haben, dass es zwei Mal eine geben wird. Ich hab' nix mitgenommen, nur das Handy, die Autoschlüssel und die Brieftasche. Alle anderen Sachen, die im Zimmer waren, sind jetzt futsch."

Die Organisation dieses Großeinsatzes erforderte besondere Maßnahmen: So musste die B145 für den Verkehr gesperrt werden, damit die Florianijünger Schlauchleitungen über die Straße zum Traunsee legen konnten, um genug Löschwasser zu haben. Auch zwölf Pumpen mussten dafür aufgebaut werden - insgesamt waren mehr als 400 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Bevölkerung und Autofahrer wurden aufgerufen, die Fenster zu schließen.

Trotz aller Bemühungen der Helfer haben die Flammen den gesamten Dachstuhl sowie auch das zweite Obergeschoß erfasst und zerstört. Gegen 20 Uhr war der Brand unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauerten aber die ganze Nacht an.

Schüler in Ersatzunterkünften untergebracht

Die Ursache für den verheerenden Brand in dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Herrschaftssitz, den ein Enkel von Kaiserin Maria Theresia umbaute, ist noch völlig unklar. Die Schüler, die erst Stunden vor der Katastrophe ihre Zimmer bezogen hatten, verloren ihr Hab und Gut. Sie haben bis Mittwoch, den 18. Mai, schulfrei und finden ab diesem Zeitpunkt in provisorischen Ersatzunterkünften Unterschlupf.

Keiner der Berufsschüler ist verletzt, viele sind jedoch geschockt. "Ich bin Koch- Kellner- Lehrling im vierten Lehrjahr, unser Kurs hat wirklich erst vor ein paar Stunden begonnen. Aber egal, Hauptsache, die Evakuierung hat funktioniert und keiner ist verletzt worden", zeigt sich Jovcic dennoch erleichtert.

10.05.2016, 07:56
Kronen Zeitung/red
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