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28.06.2017 - 15:37
Foto: Christian Jauschowetz, Privat

Schädelbruch: Baby wartete eine Stunde auf Hilfe

23.07.2015, 07:48
Aufregung in der Steiermark - eine 25-jährige Mutter klagt an! Passiert ist es am 10. Juli: Ihre 13 Monate alte Tochter Laura-Marie stürzte mit dem Hinterkopf auf den Asphalt und erbrach wenig später. "Ich rief sofort die Rettung, doch 52 Minuten lang kam niemand", so die junge Frau. Danach die Schock-Diagnose: Ihre kleine Tochter hatte einen Schädelbruch erlitten.

"Ich glaube, ich muss keiner Mutter, keinem Vater erzählen, wie es einem da ergeht", sagt Birgit Sauer zur "Krone". Die 25- jährige Pflegehelferin aus Gamlitz (Bezirk Leibnitz) musste miterleben, wie ihre 13 Monate alte Tochter unglücklich zu Sturz kam, mit voller Wucht mit dem Hinterkopf auf den Asphalt aufschlug. "Ich hab' nur einen Knackser gehört und keine Minute später erbrach meine Kleine schon", erinnert sich die Steirerin noch genau an den dramatischen Vorfall vor knapp zwei Wochen. Sofort wählte sie den Notruf.

"Tochter war blass, aber es kam keine Rettung"

Doch dann das lange Warten: "Meine Tochter weinte, war blass, aber es kam keine Rettung. Als ich beim Roten Kreuz nachfragte, warum es so lange dauert, wurde mir gesagt, man müsse erst einen Patienten beim Arzt abliefern."

Erst nach 52 Minuten - die Mutter hat alles mitprotokolliert - traf der Rettungswagen ein, ohne Blaulicht. "Als Erklärung sagte mir der Sanitäter, man sei aus Heiligenkreuz gekommen, weil die Rotkreuzstelle in Gamlitz nicht immer besetzt sei", so die 25- Jährige. Die Fahrt in die Grazer Kinderklinik dauerte dann noch einmal 55 Minuten - somit waren gute zwei Stunden vergangen, bis das verletzte Kleinkind im Spital behandelt werden konnte. Und dort musste es dann auch bleiben: Diagnose Schädelbruch, stationärer Aufenthalt! Die Mutter klagt jetzt an: "Es ist eine Frechheit, wie in diesem Land auf Kosten der Gesundheit gespart wird."

Rotes Kreuz weist Vorwürfe zurück

Das stellt man beim Roten Kreuz erst gar nicht in Abrede: Seit Jahren gebe es seitens Politik und Kassen Bestrebungen, bei Rettungswagen und Einsatzfahrten zu sparen - aus Kostengründen. Die Darstellung der Mutter weist man dennoch zurück: Aufgrund ihres Anrufes habe man keine Dringlichkeit erkennen können, daher habe man nur einen Krankentransport durchgeführt.

Auch die Sanitäter vor Ort hätten die nun geschilderte Dramatik nicht feststellen können: "Daher wurde im Einvernehmen mit der Mutter ein Transport ohne Blaulicht in die Kinderklinik vereinbart." Dennoch: Der Rotkreuz- Bezirksgeschäftsführer telefonierte am Mittwoch mit der Mutter, um ihr den Einsatz genau zu erklären.

23.07.2015, 07:48
Gerald Schwaiger und Eva Stockner, Kronen Zeitung/red
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