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11.12.2016 - 09:40
Der Mann kletterte von seinem Schlafzimmerfenster aus auf das Vordach.
Foto: MARKUS TSCHEPP

Salzburger wollte von Polizei erschossen werden

28.10.2016, 07:05

"Suicide by cop", also Selbstmord durch Schüsse eines Polizisten - das wollte ein 24- jähriger Einheimischer am Nationalfeiertag in Salzburg erreichen. Er ballerte mit einem Luftdruckgewehr herum, die Beamten schossen aber nicht zurück und warteten auf die Cobra. Da flüchtete der Mann und übergoss sich letztlich mit Benzin.

Ein Polizeihubschrauber kreiste bei einsetzender Dunkelheit über Salzburg, es waren so viele Beamte, auch mit Suchhunden, auf den Straßen wie selten - viele dachten da an einen Banküberfall. In Wirklichkeit suchte man aber nach einem psychisch beeinträchtigten Mann, der sich - wie er später gestand - von Polizisten erschießen lassen wollte.

Es waren Szenen wie in einem Hollywoodfilm, die sich da am Mittwoch ab 17.15 Uhr in Lehen sowie später in Itzling abspielten. Ein Einheimischer (24) hatte zuerst mit einer Luftdruckpistole in seiner Wohnung in der Meraner Straße herumgeballert. Nachbarn riefen die Polizei.

Mit Luftdruckpistole auf Beamten gezielt

Als mehrere Streifen vor Ort eintrafen, stand der 24- Jährige auf einem Vordach. Er war von seinem Schlafzimmerfenster aus auf dieses Dach geklettert. Die Polizisten forderten ihn auf, herunterzukommen, doch der Mann kletterte zurück in die Wohnung, holte seine Luftdruckpistole und zielte damit auf die Beamten. Diese gingen in Deckung und riefen die Cobra zu Hilfe. Dass es sich "nur" um eine Luftdruckpistole handelte, war zu diesem Zeitpunkt nicht ersichtlich.

Der Einheimische kletterte in der Zwischenzeit über ein Garagendach ins Freie und flüchtete zu Fuß. Als die Cobra seine Wohnung stürmte, war er weg. Dann ging es Schlag auf Schlag. Mit dem Hubschrauber, allen verfügbaren Beamten und Diensthundeführern wurde gesucht.

"Ich habe ihn angeschrien"

Martin Steger und seine Spürnase "Lado" nahmen in Itzling die Spur auf. "Zeugen haben den Mann über den Traklsteg rennen gesehen. Wir haben die Verfolgung aufgenommen. Dann ist er ganz plötzlich direkt vor uns aus dem Gebüsch gesprungen. Ich habe ihn angeschrien, dass er stehen bleiben soll. Er ist aber auf Höhe der Schillerstraße über die Gleise gelaufen und auf die Lärmschutzwand geklettert", erinnert sich Steger. "Ich gab den Kollegen sofort den Standort durch."

Hundeführer Martin Steger mit Spürnase "Lado"
Foto: MARKUS TSCHEPP

Mit Benzin übergossen

Unweit der Polizeiinspektion Itzling, in der Jakob- Harringer- Straße, konnte der Flüchtige gestellt werden. Doch er übergoss sich mit Benzin, das er wenige Minuten zuvor bei der OMV- Tankstelle in der Schillerstraße in eine Kanne zum Nachfüllen des Scheibenwischer- Wassers getankt hatte. Bevor er sich anzünden konnte, wurde er überwältigt. Bei der ersten Befragung gestand er, dass er von den Polizisten erschossen werden wollte.

Der 24- Jährige, der offenbar an einer psychischen Störung leidet, wurde ins Gefängnis nach Puch gebracht. In seiner Wohnung stellten Ermittler gestohlene Reisepässe und Digitalkameras sicher. "Der Mann ist schon wegen Eigentumsdelikten bekannt", so Polizeisprecherin Eva Wenzl.

28.10.2016, 07:05
Manuela Kappes, Kronen Zeitung/red
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