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03.12.2016 - 08:40
Foto: Peter Tomschi / Video: krone.tv

Sabine Oberhauser: Ministerin mit Herz, Hirn, Hund

23.04.2016, 16:33

Ihre regelmäßigen Facebook- Gassi- Runden mit Labrador "Felix" sind Kult. Nun nahm Sabine Oberhauser, Ministerin mit Herz, Hirn und Hund, die "Krone" mal mit.

Sabine Oberhauser managt neben dem Gesundheitsministerium einen Haushalt mit Hund. Bei der 52- jährigen, an Unterleibskrebs erkrankten Wienerin lief dieser Tage die Therapie aus. Eine OP soll noch folgen. Und Frohnatur Oberhauser? Sie bleibt ihren Gewohnheiten treu. Das heißt: Die morgendlichen Gassi- Runden mit ihrem 14- jährigen Labrador Felix und der damit auf Facebook mittlerweile längst zum Kult avancierte Wetterbericht gehen weiter.

"Krone": Wann entstand die Idee dazu, zu sagen, ich poste täglich ein Bild vom Wetter und lasse via Facebook die ganze Welt an meinem Privatleben teilhaben?
Sabine Oberhauser: Irgendwann einmal hatte ich die Idee, die Bäume im Wechsel des Jahres zu zeigen. Ich habe ja relativ lange nicht öffentlich gepostet und dann - als ich die maximale Anzahl an Freunden, das sind 5000, erreicht hatte - war die Entscheidung, machst du eine Fan- Seite oder überlegst du dir etwas anderes? Fan- Seite wollte ich nicht, und dann habe ich öffentlich gepostet und immer geschrieben, man kann mich abonnieren. Das machen mittlerweile auch fast 10.000 Follower. Und die Wetterberichts- Geschichte hat sich irgendwie verselbstständigt. Das mache ich aber bereits länger, als ich Ministerin bin.

"Krone": Via Facebook nehmen Sie uns immer mit auf einen Spaziergang mit Ihrem Hund Felix. Was raten Sie Berufstätigen, die sich überlegen, einen Hund nehmen zu wollen?
Oberhauser: Also erstens einmal mit der Familie gut abstimmen. Man muss Zeit einplanen. Ein Hund ist nichts, was du irgendwo zu Hause abstellst und irgendwann abholst. Sondern der braucht Zeit, der braucht Zeit zum Spazierengehen, der braucht Zeit zum Spielen, er braucht Zeit für Zuwendung und Zeit zum Trainieren - man sollte sich das gut überlegen.

Ministerin Sabine Oberhauser und Radiologe Gerold Oberhauser sind seit mehr als 30 Jahren ein Paar.
Foto: Peter Tomschi

"Krone": Wie funktioniert die Zeiteinteilung bei Ihnen?
Oberhauser: Ich beginne um dreiviertel sechs. Da stehe ich auf, packe mich zusammen und gehe zwischen einer halben Stunde und einer Stunde. Früher war es über eine Stunde. Das ist jetzt mit der Therapie, die hoffentlich seit Freitag aus ist, ein bisschen schwierig, weil ich sehr müde bin durch das Medikament. Das heißt, ich gehe eine halbe Stunde und drehe dann mit dem Felix einmal die ersten Runden. Und dann, sobald der Erste von uns nach Hause kommt, das ist mein Mann (Anm.: Radiologe Gerold Oberhauser), geht der mit dem Felix raus. Nachdem der Felix jetzt schon ein alter Hund ist, muss er am Abend oft drei- bis viermal hinaus, das heißt, das ist dann schon sehr herausfordernd. Früher haben wir auch auf die Kinder zurückgegriffen. Das geht jetzt nicht mehr. Beide arbeiten Vollzeit, die Zweite lebt noch dazu in Warschau.

"Krone": Beim Stichwort: Inwieweit kann ein Tier Therapie- Hilfe sein?
Oberhauser: Eine große Hilfe sogar! Erstens einmal freut sich ein Hund immer, wenn man nach Hause kommt. Und es ist einfach unterstützend. Du weißt, er braucht dich, das heißt, du musst auch diese Gassi- Runden gehen. Er braucht dich, und du brauchst ihn. Also ist er sicher ein Teil der Familien- Unterstützung.

"Krone": Wie ist der weitere Behandlungsverlauf?
Oberhauser: Die Therapie sollte seit Freitag zu Ende sein. Dann kommt wieder eine Kontrolluntersuchung, um zu schauen, dass da eh nichts mehr da ist. Das heißt, man sieht nach, ob die Therapie gewirkt hat, und dann habe ich noch eine Operation Mitte Juni, weil man noch an der Bauchdecke etwas korrigieren muss, was bei den früheren Operationen nicht so gut gegangen ist.

"Krone": Inwieweit "stört" es Sie, dass die Öffentlichkeit doch auch sehr an Ihrem Krankheitsverlauf teilnimmt - zwangsläufig durch Ihre Exponiertheit als Ministerin?
Oberhauser: Während der wirklich akuten Phase war es Wahnsinn, was von den Leuten an Kraft gekommen ist. Völlig kuriose Dinge, wie ein Buschauffeur, der in der Früh bei Felix und mir stehen geblieben ist, das Fenster runtergekurbelt und gesagt hat: "Sie schaffen das! Wir wissen das!" Es haben sich auch virtuelle Freundschaften entwickelt mit Menschen, die ebenfalls erkrankt sind. Ich habe z.B. am Montag bei den CliniClowns im Wiener Metropol gesungen, und da sind zwei meiner Facebook- Freundinnen gekommen, die ich noch nie gesehen hatte, die ich dort kennengelernt habe. Man unterstützt einander gegenseitig. Viele Leute sagen, dass ich ein Vorbild bin, dass man an so etwas nicht verzweifeln muss, sondern dass man damit sehr offen umgehen kann und man sich nicht genieren muss.

Sabine Oberhauser mit Labrador Felix
Foto: Peter Tomschi

"Krone": Felix ist 14 Jahre alt, also sehr lange bei Ihnen und Ihrer Familie. Ein Leben ohne Hund, ist das für Sie überhaupt noch vorstellbar?
Oberhauser: Also ich glaube, es ist wie beim ersten Kind: Man kann sich nicht vorstellen, dass man das zweite genauso lieben kann wie das erste. Und es ist auch ganz anders, aber man liebt es genauso. Also ganz ehrlich kann ich mir ein Leben ohne Hund nicht wirklich vorstellen. Aus dem Bauch und aus dem Gefühl heraus. Wenn die Rationalität einsetzt, muss ich mir irgendwie denken, es ist nicht gescheit, es ist ziemlich viel Stress mit ihm, man trägt Verantwortung...

"Krone": Was können sowohl Hundehalter als auch Nicht- Hundehalter im täglichen Miteinander dazu beitragen, dass es weniger Reibungspunkte gibt?
Oberhauser: "Der tut eh nix!", das wissen wir von unseren Hunden, weil wir wissen, dass sie wahrscheinlich wirklich nichts tun. Aber fremde Leute wissen das nicht. Also wirklich Respekt zeigen, den Dreck wegräumen, denn es gibt nichts Grauslicheres als Hundekot auf dem Gehsteig. Und auch verstehen, dass sich manche Leute einfach fürchten.

23.04.2016, 16:33
Norman Schenz, Kronen Zeitung
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