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26.04.2017 - 02:41
Die Angeklagten vor Prozessbeginn am Landesgericht Salzburg
Foto: APA/NEUMAYR/MMV

Prozess um "La Familia"- Bande in Salzburg beendet

13.03.2015, 17:27
Mit den letzten Urteilen ist am Freitag in Salzburg der Großprozess gegen "La Familia" zu Ende gegangen. Die Jugendbande aus dem Salzburger Pongau hatte bis zum Herbst 2014 rund ein Jahr lang ihr Unwesen im Bezirk getrieben. Viele der 32 Angeklagten kamen mit Freisprüchen und Diversionen davon, einige wenige Mitglieder des "harten Kerns" der Gruppe wurden am letzten Prozesstag aber zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Rund 40 Zeugen waren in insgesamt zehn Verhandlungstagen vor Gericht erschienen. Erste Urteile gab es schon an früheren Prozesstagen, am Freitag waren schließlich neun Angeklagte übrig geblieben. Ihnen wurden die meisten und schwersten Delikte angelastet, alle neun wurden am Freitag von Richterin Christina Rott schuldig gesprochen. Es ging um Dutzende Gewaltdelikte, auch um das Bilden einer kriminellen Vereinigung.

Acht Freisprüche, Diversionen

Damit gab es für die 32 Angeklagten acht Freisprüche, zehn Verfahren wurden im Wege einer Diversion abgeschlossen. Gänzlich bedingte Strafen gab es für acht Angeklagte, vier weitere kamen mit teilbedingten Strafen davon. Weil diese vier den unbedingten Teil ihrer Strafe (jeweils drei Monate bedingt) schon in der U- Haft abgesessen haben, gingen sie mit Prozessende frei.

Einzig zwei Haupttäter müssen noch im Gefängnis bleiben. Einer der beiden erhielt am Freitag 21 Monate (sieben unbedingt), der zweite 24 Monate (acht unbedingt). Alle im Verfahren verhängten teilbedingten Strafen sind noch nicht rechtskräftig.

Urteile für "harten Kern"

Für die Mitglieder des "harten Kerns" der Gruppe ordnete die Richterin am Freitag Bewährungshilfe an, außerdem müssen sie ein Anti- Gewalt- Training machen und darüber schriftlich dem Gericht berichten. Bei einigen Angeklagten wurde die Probezeit für den bedingten Strafnachlass auf fünf Jahre erhöht.

Den vorwiegend jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund war vorgeworfen worden, von November 2013 bis Herbst 2014 rund 50 Gewalttaten verübt zu haben. Bei den Beschuldigten handelt es sich um Türken, Serben, Bosnier, Kroaten, Mazedonier, Bulgaren und Österreicher im Alter von 16 bis 49 Jahren, die alle im Pongau aufgewachsen sind. Nur sechs Angeklagte sind über 21 Jahre alt.

Zahlreiche Delikte vorgeworfen

Die Palette der vorgeworfenen Delikte reicht von gefährlicher Drohung, Nötigung, schwerer Sachbeschädigung, Vergehen nach dem Waffengesetz bis hin zur absichtlich schweren Körperverletzung. Die meisten Opfer wurden mit Drohungen eingeschüchtert und zum Teil auch verletzt. Die meisten Burschen zeigten sich im Verfahren geständig, viele entschuldigten sich und sprachen von Fehlern.

Elf Angeklagte wurden auch wegen des Vergehens der Bildung einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen: "La Familia war sicher keine kriminelle Vereinigung wie aus dem Bilderbuch", sagte die Richterin. "Aber ihr habt akzeptiert, dass ihr mitmacht, das hat sich immer mehr gesteigert. Ihr hättet jederzeit aussteigen können."

13.03.2015, 17:27
AG/red
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