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20.08.2017 - 23:58
Foto: thinkstockphotos.de

Pflegekosten fallen höher aus als budgetiert

04.07.2017, 12:53

Überalterung der Bevölkerung, weniger Angehörige, die Pflegefälle zu Hause betreuen wollen - die Pflegekosten werden aus diesen Gründen in den nächsten Jahren wohl höher ausfallen, als sie budgetiert wurden. Der Fiskalrat geht im schlimmsten Fall von Mehrkosten bis zu 685 Millionen Euro bis 2021 aus. Im besten Szenario, das das Gremium durchgerechnet hat, wird mit Mehrkosten von "nur" acht Millionen Euro gerechnet.

Der Fiskalrat warnt, dass ohne Gegenmaßnahmen der Kostenzuwachs im Pflegebereich über den Werten des sogenannten Kostendämpfungspfads liegen könnte. Der Finanzausgleich für die Jahre 2017 bis 2021 erlaubt den Ländern und Gemeinden einen Anstieg der Bruttoausgaben von 3,6 Milliarden Euro 2016 auf 4,5 Milliarden Euro 2021. Laut Fiskalrat steigen die Pflegekosten aber auf bis zu 5,2 Milliarden Euro.

2015 lagen die gesamtstaatlichen Nettoausgaben für Altenpflege - private Beiträge sind da schon abgezogen - bei 4,3 Milliarden Euro oder 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Der Fiskalrat geht davon aus, dass sie 2030 zwischen 1,4 und 1,9 Prozent und 2060 zwischen 1,9 und 3,6 Prozent des BIP liegen werden. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Pflegekosten liegt demnach - abhängig vom Szenario - zwischen 4,4 und 6,2 Prozent bis 2030.

Foto: APA

Der steigende Bedarf an Pflege hängt in erster Linie von der Demografie ab. 2015 waren fünf Prozent der Bevölkerung über 80 Jahre alt - jene Altersgruppe, die am häufigsten gepflegt werden muss. Bis zum Jahr 2030 wird der Anteil der über 80- Jährigen auf 6,6 Prozent, bis 2060 auf elf Prozent steigen.

Einfluss auf die Kostenentwicklung haben laut Fiskalrat auch die Morbidität, also wie viel Prozent der Bevölkerung krank sind, und wie teuer die Pflegedienstleistung in Zukunft sein wird. Dazu kommt, dass immer weniger Menschen zu Hause von Angehörigen gepflegt werden. Die Autoren der Studie haben diesen Trend zur formellen Pflege anhand der steigenden Frauenerwerbsquote und der Zunahme von Einpersonenhaushalten bemessen und sind zum Ergebnis gekommen, dass professionelle häusliche Pflege und institutionelle Pflege- und Betreuungsleistungen an Bedeutung gewinnen werden.

Redaktion
krone.at
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