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19.01.2017 - 20:14
Die Paragleiterin musste zwei Stunden lang in 20 Metern Höhe ausharren.
Foto: KK

Paragleiterin harrte 2 Stunden lang auf Baum aus

11.04.2016, 07:01

Bewundernswerte Nervenstärke hat eine Paragleiterin am Sonntagnachmittag nach einem Absturz in Kreuth bei Ebenthal in Kärnten bewiesen: Die 68- Jährige war in 20 Metern Höhe an einem dünnen Ast einer Lärche hängen geblieben. Dort musste sie zwei Stunden regungslos ausharren, bis eine sichere Möglichkeit gefunden war, sie zu bergen. Ein zwölfjähriger Schüler leistete dabei wertvolle Mitarbeit...

Nach dem Start von der Micklwiese am Radsberg war Agnes Koller eine ganze Zeit lang gekreist, doch dann passierte ihr ein Flugfehler, wie sie selbst sagt. Die versierte Fliegerin stürzte ab, mehrere Schutzengel ließen sie an einer Lärche stranden - allerdings blieb sie dabei an einem äußerst dünnen Ast hängen. Polizeipostenkommandant Siegfried Taferner: "Es war ein Wunder, dass dieser Ast so lange gehalten hat."

"Keiner konnte zunächst helfen"

Die Ferlacherin konnte sich selbst nicht helfen, ein vorbeifliegender Gleiterpilot entdeckte die Verunglückte durch reinen Zufall, musste jedoch, um Alarm zu schlagen, erst einmal in der Nähe landen. Dann aber kam die Rettung sofort in Gang. Taferner, der schon die Vorbereitungen dazu miterlebte: "Bergrettung, Feuerwehren, die Polizei- Libelle sowie der Rettungshubschrauber C11 waren zwar rasch zur Stelle, aber keiner konnte zunächst helfen. Hinaufsteigen war ein Risiko, ebenso der Einsatz des Hubschraubers. Die Bewegung am Baum sowie der Abwind der Rotorblätter hätten sofort zum Absturz der Frau und damit zu ihrem Tod führen können."

Agnes Koller und ihr Retter Manuel Reiner
Foto: KK

Die Helfer bauten daher zunächst mit dem Schirm des zweiten Gleiterpiloten ein provisorisches Sprungtuch, um die Frau im Falle eines Sturzes abfangen zu können. Der zwölfjährige Schüler Marko Raunjak, der in der Nähe wohnt, hatte ebenfalls eine tolle Idee. Taferner: "Er fing an, Reisig zu sammeln, und häufte es unter dem Tuch auf, damit ein Fall gebremst würde."

Schließlich traf die Berufsfeuerwehr Klagenfurt ein und baute einen sogenannten Sprunghelfer auf. Taferner: "Dann erst konnte es der junge Klagenfurter Bergretter Manuel Reiner wagen, zu Frau Koller hinaufzuklettern und sie zu bergen." Die Paragleiterin ist allen Rettern überaus dankbar. Taferner: "Sie sagte, es habe ihr Mut gemacht, als sie sah, wie Marko für sie Reisig aufgehäuft hat."

11.04.2016, 07:01
Serina Babka, Kronen Zeitung/red
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