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21.07.2017 - 17:24
An diesem Auto hatte das Quartett seiner Zerstörungswut freien Lauf gelassen.
Foto: APA/LPD OÖ

Opfer setzte Belohnung aus: Täter wollte kassieren

19.10.2014, 11:26
Ein besonders dreister Oberösterreicher hat versucht, eine Belohnung von 1.000 Euro zu kassieren, für eine Tat, die er selbst begangen hatte. Anfang August hatte der 22-jährige Verdächtige gemeinsam mit drei weiteren Jugendlichen ein Auto in Schwanenstadt demoliert. Mit seinem Hinweis und einem Treffen mit dem Opfer lieferte er sich der Polizei nun unabsichtlich selbst aus.

Rund 8.000 Euro Sachschaden hatte das Quartett aus dem Bezirk Vöcklabruck an dem Wagen angerichtet. Der 22- Jährige sowie drei Jugendliche im Alter von 16, 17 und 19 Jahren sollen in drei verschiedenen Farben das Auto. Unter anderem hinterließen sie Schriftzüge wie "ACAB", "LASK", "HURE" und "SMAYL" auf dem Pkw. Zudem dürften die mutmaßlichen Täter mit den Füßen gegen das Auto getreten und damit Seitentüren und Motorhaube demoliert haben. Die Windschutzscheibe wurde mit einer Vorhangstange eingeschlagen.

Opfer lobte Belohnung aus

"Ich war total schockiert, als ich das Auto sah", erinnert sich der 47- jährige Autobesitzer am Sonntag. "Ich wollte wissen, ob das gegen meine Familie gerichtet war." Daher setzte er auf eigene Faust 1.000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter aus. Zusätzlich gestaltete er in Eigenregie ein Flugblatt, welches er im Raum Schwanenstadt aushängte.

Tatsächlich meldete sich der 22- Jährige wenig später bei dem Autobesitzer telefonisch. Er kenne die drei Täter und würde alle Namen nennen. Aber unter der Bedingung, dass das Treffen am nächsten Tag stattfinden würde. Der 47- Jährige befand sich gerade beruflich im Ausland. Noch am selben Tag buchte er einen Heimflug. In einem Kaffeehaus trafen sich die beiden.

Geständnis nach Fünf- Minuten- Verhör

Im Lokal befand sich zusätzlich ein Polizeibeamter in Zivil, der die beiden belauschen sollte. Der junge Mann nannte tatsächlich Namen und Telefonnummern seiner drei Komplizen. "Als er meinte, er wolle mit der Polizei nichts zu tun haben und vor Gericht nicht als Zeuge aussagen, gab sich der Beamte zu erkennen" berichtete der 47- Jährige. "Es hat keine fünf Minuten gedauert und der Polizist hatte in einem netten Gespräch ein komplettes Geständnis aus ihm herausgebracht". Das Geld wollte der junge Mann für die Finanzierung seines Führerscheins haben.

Alle Beschuldigten geständig

Alle vier Beschuldigten zeigten sich geständig. Das Auto hätten sie aus Langeweile beschädigt, gaben sie in der Vernehmung an. Sie wurden wegen Verdachts der schweren Sachbeschädigung angezeigt.

19.10.2014, 11:26
AG/red
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