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10.12.2016 - 00:49
OMV-Chef Rainer Seele: "In dieser Verfassung ist die OMV kein Erfolgsmodell."
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

OMV- Milliardenverluste: "Wir geben zu viel aus"

18.02.2016, 15:05

Es sind gleich mehrere bittere Wahrheiten, die OMV- Boss Rainer Seele angesichts eines Verlustes von 1,1 Milliarden Euro für 2015 für seine Aktionäre hat: Man sei "schwach im Wettbewerb", habe zu hohe Kosten, und die OMV sei in dieser Verfassung kein Erfolgsmodell. Eine neue Strategie soll das nun ändern.

Der Einbruch beim Umsatz um 37 Prozent auf 22 Milliarden Euro hat natürlich mit der Halbierung des Ölpreises zu tun. Indirekt führte dieser auch zu hohen Abschreibungen bei der Öl- und Gasförderung, weil die Reserven weniger wert wurden. Besonders trifft das die Nordsee- Investments, die "sehr teuer gekauft wurden", so Seele. Auch die Beteiligung an einem Flüssiggas- Terminal in Rotterdam entpuppte sich als Riesenflop, der einen dreistelligen Millionenbetrag kostete.

OMV schielt Richtung Russland, Iran und VAE

Was Seele am meisten Sorgen für die Zukunft macht, ist, dass die Öl- und Gasreserven im Konzern für künftige Jahre viel zu niedrig sind. Daher sein Strategiewechsel: Es soll dort in neue Felder investiert werden, wo man auch bei niedrigen Rohstoffpreisen gut verdient. Im Auge hat er vor allem Russland, den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Das politische Risiko dabei "könne man managen".

Mit der Gazprom wird intensiv verhandelt. Im Austausch gegen die Beteiligung an dem sibirischen Gasfeld Achimov soll den Russen ein Einstieg bei "Projekten" der OMV angeboten werden. Details sind weiter offen, aber Seele ist voller Optimismus: An einen Ausverkauf von OMV- Assets sei nicht gedacht, hingegen würde der Gazprom- Deal das Rohstoff- Versorgungsproblem bis über 2030 hinaus lösen.

Foto: APA/Robert Jäger

Neues Sparpaket wird "wehtun"

Zur Finanzierung wird zum einen ein neues Sparpaket von 100 Millionen Euro ausgerollt. Das wird laut dem OMV- Chef "an manchen Punkten wehtun". Die Investitionen werden gekürzt. Zahlen zu einem möglichen Personalabbau (derzeit 24.000 Mitarbeiter) wollte er keine nennen.

Zum anderen wird verkauft, was nicht mehr zum Kerngeschäft gehört, wie die Tankstellenkette in der Türkei, Stationen in Tschechien oder 49 Prozent an den Gasleitungen. Eine Dividende für die Aktionäre wird es trotzdem geben, um einen Kurseinbruch zu verhindern. Die Aktie gab am Donnerstag trotz des Verlustes kaum nach.

18.02.2016, 15:05
Manfred Schumi, Kronen Zeitung
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