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24.09.2017 - 16:10
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Österreich als Drehscheibe für Finanzjongleure

01.02.2014, 17:34
Österreich gilt für Diktatoren oder korrupte Politiker aus aller Welt als eine der Topoasen für zwielichtige Vermögensdeals. Zahlreiche Schwarzgeld-Milliarden landen auf der "Insel der Seligen" für reiche Politiker.

In Nordkorea herrscht Hungersnot und bittere Armut – Staatschef Kim Jon Un sitzt trotzdem auf einem Vermögen. Die Ukraine ist praktisch pleite, das Land versinkt im Chaos – und die größte Sorge von Präsident Viktor Janukowitsch ist, wie er seine 150 Millionen Dollar schützen kann. Der zurückgetretene Premier Mykola Azarow hat da nicht lange gefackelt und sich gleich, wie berichtet, aus dem Staub gemacht. Auch Moskaus Ex- Bürgermeister Juri Luschkow denkt nicht daran, seine durch Korruption verdienten Gelder den von ihm geschröpften Bürgern zurückzugeben. Er führt lieber ein Luxus- Leben mit seinen vier Milliarden Dollar.

Volk wird geschröpft, Staatschef lebt im Luxus

Doch diese Staatsmänner und ehemaligen Politgrößen haben außer ihrem dicken Bankkonto eine weitere Gemeinsamkeit: ihre Liebe zu Österreich. Im mondänen Sinn. So soll jeder einzelne von ihnen einen Teil seines Vermögens bei uns gebunkert haben. Der Verdacht der Verschleierung liegt auf der Hand. Ein Polizeiexperte, der anonym bleiben will: "Selbstverständlich werden die Beträge nicht offiziell bei heimischen Geldinstituten eingezahlt. Das wäre zu auffällig."

Stattdessen geht der Beamte davon aus, dass die Oligarchen, Regierungsbonzen oder sonstigen zwielichtigen Millionäre ihr Geld heimlich in diverse Fonds oder Immobilien investieren. "Diese Deals werden in der Regel über Strohmänner abgewickelt."

Beispielsweise munkelt man über den ukrainischen Ex- Regierungschef Azarow – er soll derzeit in seiner Villa im Wiener Nobelviertel Pötzleinsdorf residieren –, dass er seine Schwiegertochter Lilija mit den Finanzen des Clans jonglieren lässt. Obwohl sie öffentlich bekundet, kein Einkommen zu haben, tritt sie als Eigentümerin diverser österreichischer Unternehmen auf. Unter anderem bestätigte jetzt auch das "Vienna Deluxe Magazin" eine Firmen- Beteiligung von Lilija Azarow.

Österreich bzw. Wien als Dreh- und Angelpunkt für halbseidene Transaktionen, auf diese Idee kamen schon viele: Der gestürzte tunesische Diktator Ben Ali soll vor seiner Flucht nach Saudi- Arabien und bevor in seinem Palast ein Milliardenschatz von stapelweise Dollarnoten und Schmuck entdeckt wurde, Geld in Wien versteckt haben. Das wird auch von Ägyptens Ex- Diktator Hosni Mubarak oder Saif al- Islam Gadafi, Sohn des erschossenen Ex- Machthabers aus Libyen, erzählt.

Wien als Drehscheibe für halbseidene Transaktionen

Und auch der Besitz des Ex- Botschafters Kasachstans, Rakhat Aliyev, der in Malta Unterschlupf fand, dürfte sich nach wie vor hierzulande befinden. Doch warum müssen Kim Jong Un & Co. ausgerechnet bei uns ihre Milliarden bunkern? "Gewisse Kreise fühlen sich von der Nähe zu Osteuropa sowie von der heimeligen Überschaubarkeit des Landes magisch angezogen", heißt es dazu aus Insiderkreisen.

01.02.2014, 17:34
Brigitte Blabsreiter, Kronen Zeitung
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