Werbung
Willkommen
|
Aboheader_09-2016
Facebook Twitter Google Plus
01.10.2016 - 21:03
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Nowotny: "EZB will Krise wie 1930 verhindern"

21.06.2014, 10:40
Die Sparer stöhnen, weil sie eine Lupe brauchen, um ihre Zinsen zu finden. Wer einen Kredit laufen hat, reibt sich dafür die Hände. Eines steht fest: Noch nie waren die Zinsen so niedrig. Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins auf 0,15 Prozent gesenkt. "Wir mussten reagieren, um eine neue Wirtschaftskrise zu verhindern", erklärt Nationalbankchef Ewald Nowotny gegenüber der "Krone". Doch er zeigt sich auch optimistisch: Das Zins-Rekordtief werde kein Dauerzustand sein.

"Bei einer schwachen Wirtschaftslage und steigender Arbeitslosigkeit ist es die Aufgabe der EZB, Anreize für Investitionen zu setzen, die die Konjunktur ankurbeln", so Nowotny. Hätte man das nicht gemacht, hätte die Gefahr bestanden, dass wir in eine Krise wie in den 1930er- Jahre fallen.

"Aufschwung ist noch ein zartes Pflänzchen"

Die erhofften Impulse auf das Wachstum sind aber bis jetzt ausgeblieben. Das billige Geld kommt bei den Betrieben oft nicht an. Nowotny bemüht einen Vergleich des britischen Ökonomen John Maynard Keynes: "Man kann die Pferde zur Tränke führen, aber saufen müssen sie selber." Die EZB schafft die Voraussetzungen für einen Aufschwung der Wirtschaft, aber investieren müssen die Betriebe selber. Nowotny gibt zu: "Da fehlt es noch ein bisschen an der psychologischen Stimmung." Der Aufschwung sei noch ein zartes Pflänzchen.

"Zinswende vor 2016 unrealistisch"

Ein Dauerzustand seien die niedrigen jedoch Zinsen nicht. Nowotny: "Sobald es ein deutliches Wachstum, also mehr als zwei Prozent gibt, tritt die Zinswende ein. Das wird aber aus heutiger Sicht kaum vor 2016 sein." Aus heutiger Sicht erwartet man aber für nächstes Jahr zumindest ein Plus von 1,7 Prozent.

Für die leidgeplagten Sparer hat der OeNB- Chef einen anderen – zugegeben schwachen – Trost parat: Historisch betrachtet waren die Zinsen auf täglich fälliges Geld seit 1949 in 60 Prozent aller Monate niedriger als die Inflationsrate. "Nur hat man das früher nicht so stark gemerkt, wenn man zum Beispiel drei Prozent am Sparbuch bekommen hat und die Inflation bei über vier Prozent lag."

Es besteht immer noch die Möglichkeit, sein Geld länger und dafür mit höheren Zinsen zu veranlagen oder mit mehr Risiko, wenn man höhere Erträge haben will. Sparen habe aber auch eine volkswirtschaftliche Funktion: "Es dient ja dazu, dass Investitionen finanziert werden oder dass man Firmen Kredit geben kann."

Widersprüchliche Maßnahmen sind "notwendig"

Doch dieselbe EZB, die die Banken mit der Niedrigzinspolitik dazu bringen will, mehr Kredite zu vergeben, bremst gleichzeitig durch immer neue Auflagen und Vorschriften die Institute ein. Nowotny gibt zu: "Das ist nicht unproblematisch, es ist aber notwendig, damit wir längerfristig ein stabiles Bankensystem in der Euro- Zone haben."

21.06.2014, 10:40
Manfred Schumi, Kronen Zeitung/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum