NÖ: Klinik- Gebetsraum als Dschihadisten- Treffpunkt

17.03.2017, 12:39
Ein Gebetsraum in der Uniklinik St. Pölten soll als Terror-Treff genutzt worden sein.
Foto: Flickr.com/Emre Demirbilek, thinkstockphotos.de

Der islamische Gebetsraum der Uniklinik in St. Pölten soll in der Vergangenheit regelmäßig als Treffpunkt für IS- Sympathisanten gedient haben. Dreimal pro Woche sei dort "Werbung" für den IS und den Dschihad in Syrien gemacht worden. Auch die kürzlich in St. Pölten festgenommene Gruppe an Terrorverdächtigen soll sich in dem Gebetsraum des Spitals getroffen haben.

In dem Raum sollen auch kriminelle Pläne wie etwa für einen Überfall auf ein Waffengeschäft geschmiedet worden sein, berichtete der "Kurier" am Freitag. Karl Wurzer, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte lediglich, dass sich die Verdächtigen getroffen und miteinander kommuniziert hatten. Beim Landesamt Verfassungsschutz habe man "keine Freude, dass Informationen veröffentlicht werden, die die Ermittlungen gefährden", sagte dessen Leiter Roland Scherscher.

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"Dutzende einschlägige salafistische Bücher"

Am 6. März waren Festnahmen von fünf Verdächtigen erfolgt. Vier von ihnen sind ebenso wie ein in der Woche darauf festgenommener junger Mann in U- Haft. Bei den Hausdurchsuchungen wurden diverse Datenträger sichergestellt, laut der Tageszeitung aber auch "Dutzende einschlägige salafistische Bücher".

19- Jähriger bedrohte "Ungläubige"

Dem Bericht zufolge hatte es zu Jahresbeginn einen Hinweis auf einen 19- Jährigen gegeben, der sich zunehmend radikalisiert habe und unter anderem gemeinsam mit zwei gebürtigen Tschetschenen und einem Mazedonier bei Missionierungsversuchen auf der Straße in Erscheinung getreten sei. Der junge Mann, der auch einen "ungläubigen" Kollegen bedroht haben soll, sei in einem Ausbildungszentrum aufgefallen, das die Polizei eingeschaltet habe. In einer WhatsApp- Gruppe sollen die Verdächtigen unter anderem Fotos von der Terrormiliz ausgetauscht haben, hieß es weiter.