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29.05.2017 - 09:01
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER (Symbolbild)

Neuer Betrugsfall rund um Krebsabstriche in Wien

30.01.2014, 12:41
Nach dem Bekanntwerden eines besonders dramatischen Falles rund um Krebsabstriche einer Wiener Gynäkologin im November 2013 hat die Wiener Gebietskrankenkasse auch die übrigen Ärzte derselben Fachrichtung einer Überprüfung unterzogen. Dabei flog nun ein zweiter, ähnlich gelagerter Fall auf. Bei einer Fachärztin wurden gravierende Unregelmäßigkeiten festgestellt. Rund 6.500 Abstriche dürften verrechnet, aber nicht vorgenommen worden sein. 1.436 Patientinnen sind betroffen.

"Es ist schockierend, dass wir nun auf einen zweiten derartigen Fall binnen weniger Monate gestoßen sind", gab Franz Schenkermayr, in der WGKK für die Missbrauchsbekämpfung und -prävention verantwortlich, am Donnerstag bekannt. Vonseiten der WGKK gebe es zwar regelmäßige Kontrollen, die betroffene Ärztin sei dabei jedoch nie aufgefallen. Als nun die Überprüfung der insgesamt 96 Wiener Gynäkologen bereits am Laufen war, habe es einen Hinweis einer Patientin gegeben, der aufgefallen war, dass auf ihrem Leistungsblatt zwar die gynäkologische Leistung, jedoch nicht die pathologische verrechnet wurde.

"Ordinationschaos" als Ursache?

Es sei anzunehmen, dass seit Beginn des Jahres 2011 rund 6.500 Abstriche verrechnet worden sind, die entweder gar nicht vorgenommen, jedenfalls aber nicht an einen Pathologen zur Befundung übermittelt wurden, hieß es seitens der WGKK. Insgesamt sind davon 1.436 Frauen betroffen - in etlichen Fällen hat die Ärztin pro Patientin mehrere Abstriche verrechnet. Dass es so viele Patientinnen trifft, dürfte u.a. am "Ordinationschaos" gelegen haben, so Schenkermayr. Die Ärztin habe sehr viele Patientinnen gehabt und könnte überfordert gewesen sein.

Betroffene werden schriftlich informiert

Die WGKK startet nun mit einer breit angelegten Informationskampagne für Patientinnen, bei denen der Verdacht besteht, dass Krebsabstriche nicht befundet worden sind. Schenkermayr: "Die Versicherten werden von uns per Brief verständigt und darauf aufmerksam gemacht, dass sie eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen aufsuchen sollten, um die Untersuchung nachzuholen. Weiters wird in dem Schreiben eine Hotline angeführt, an die sich die Patientinnen wenden können, wenn sie Fragen haben."

Ordination gesperrt, Vertrag gekündigt

Gegen die Gynäkologin wurde seitens der WGKK ein sofortiger Zahlungsstopp verhängt, den Vertrag mit ihr hat man bereits gekündigt. Zudem wurde eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt, weiters wurden das Gesundheitsamt und die Patientenanwältin informiert.

Auch die Ärztekammer hat bereits Schritte eingeleitet. Präsident Thomas Szekeres in einer ersten Reaktion: "Sollte sich der Verdacht gegen die Ärztin bewahrheiten, ist dieser Versicherungsbetrug, der letztendlich die gesamte Solidargemeinschaft aller sozialversicherten Patienten betrifft, aufs Schärfste zu verurteilen." Seitens der Standesvertretung gebe es dafür "null Verständnis".

30.01.2014, 12:41
red/AG
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