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08.12.2016 - 23:13
Foto: Krone-Grafik, Quelle: EU

Neue Rezepte für eine Reform der Pensionen

06.11.2015, 17:00
Heimische Experten, Weltwährungsfonds, OECD und sogar das Finanzministerium sind sich einig: Weil wir erfreulicherweise immer älter werden, aber zu wenig Junge nachkommen, geht sich unser heutiges Pensionssystem nicht mehr lange aus, sofern nicht der Steuerzahler via Budget statt derzeit 5 Prozent des BIP im Jahr 2060 dann 10 Prozent draufzahlt. Top-Unternehmer Michael Tojner drängt daher auf zehn Jahre späteren Antritt der Rente, ein klares Versicherungsprinzip und mehr Eigenverantwortung statt Staat.

Nach alternativer Rechnung werden bis 2042 enorme 900 Milliarden Euro an "Pensionszusagen" für jetzt lebende Österreicher nicht durch deren Rentenbeiträge gedeckt sein. Gerade um unseren Sozialstaat zu retten, muss er schnell reformiert werden, drängt nun auch der Selfmade- Industrielle Michael Tojner ("Montana"- Gruppe mit einer Milliarde Euro Umsatz, Hotel Intercontinental etc.).

Bis 2060 werden 3,26 Millionen Pensionisten in Österreich erwartet.
Foto: Krone-Grafik, Quelle: EU, thinkstockphotos.de

"Ich will kein System wie in den USA. Es gibt vergleichbare und soziale Länder, die es besser als wir machen, mindestens Deutschland sollten wir erreichen." Die wichtigsten Punkte, die er zusammen mit Experten wie Wirtschaftsforscher Prof. Christian Keuschnigg ausgearbeitet hat:

Der Anteil der Älteren an den Erwerbsfähigen verdoppelt sich bis 2050.
Foto: Krone-Grafik, Quelle: EU, thinkstockphotos.de
  • Bis 2060 muss der Pensionsantritt zehn Jahre später als jetzt sein. Damit wäre gewährleistet, dass wir wie heute knapp zwei Drittel des Lebens berufstätig und gut ein Drittel Kind sowie Rentner sind. Tojner: "Andernfalls müssten die Pensionen um 52% sinken, denn der Anteil der Älteren an den Erwerbsfähigen wird sich verdoppeln." Würden alle Österreicher ein Jahr später "gehen", ersparte sich das Budget eine Milliarde Euro im Jahr, bestätigt auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer.
  • Klares Versicherungsprinzip: Derzeit ist die Pension teils Altersversorgung, teils Umverteilungsinstrument, um frühere Nachteile im Erwerbsleben für Geringverdiener, Frauen usw. auszugleichen. "Ich bin für Umverteilung, aber effizient über Steuern bzw. Transferleistungen. Die Pension selbst muss sauber davon getrennt und kostendeckend sein." Das neue Pensionskonto für jeden Versicherten ist dazu ein erster Schritt, braucht aber weiterhin Zuschüsse. Ziel muss ein selbsttragendes System sein, wo die Beiträge ("verzinst" mit dem Lohnwachstum) die Pension ergeben. Das Antrittsalter sollte automatisch mit der Lebenserwartung steigen (d.h. sechs Jahre länger leben heißt vier Jahre mehr arbeiten und zwei Jahre länger in Pension sein).
  • Mehr Eigenverantwortung: "Wir müssen weg vom überbordenden Anspruchsdenken an den Staat, das Maximale herauszuholen, möglichst schnell in Pension gehen, seine Steuern nicht zahlen usw." Eine staatliche Grundsicherung sei notwendig, der Einzelne müsse aber auch selbst schauen, gesund zu bleiben und fürs Alter vorzusorgen.

06.11.2015, 17:00
Christian Ebeert, Kronen Zeitung/red
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