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03.12.2016 - 12:24
Foto: Peter Tomschi (Symbolbild)

Nach Unfall im Koma, doch Wien will Parkgebühren

04.05.2016, 06:00

Tragisch endete der Ausflug einer jungen Frau mit dem elterlichen Auto zu ihrer Wohnung in Wien. Sie erlitt einen schweren Unfall und lag zwei Wochen im künstlichen Tiefschlaf. Während der Vater versuchte, sein Fahrzeug zu finden, stellte die Stadt Wien fleißig Strafen aus. Diese wurden erlassen, aber die Parkgebühren von mehreren Hundert Euro muss er trotzdem bezahlen!

An einem Samstag im vorigen Juli fuhr Michaela N. (Name von der Redaktion geändert) mit dem Auto ihrer Eltern nach Wien. Sie stellte das Fahrzeug im 12. Bezirk ab und fuhr mit der U- Bahn weiter zu ihrer Wohnung im 3. Bezirk. Am nächsten Morgen erlitt die Studentin dort einen Unfall und musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. "Meine Tochter wurde für zwei Wochen in den künstlichen Tiefschlaf versetzt. Erst dann konnte man die Brüche an der Wirbelsäule operieren", erinnert sich der Vater an die schlimmsten Tage seines Lebens.

Verzweifelte Suche nach Auto

In dieser Zeit versuchte er, sein Auto zu finden und wandte sich an die Polizei. Nach der Aufwachphase konnte sich Michaela nicht mehr daran erinnern, wo sie dieses abgestellt hatte. Erst einen Monat nach dem Unfall gelang es einem engagierten Polizisten, das Fahrzeug im 12. Bezirk aufzuspüren. "Hinter dem Scheibenwischer hingen 16 Strafzettel, weil das Auto in der Kurzparkzone stand", schildert Herr N. Die zuständige MA 67 hat sehr menschlich reagiert und die Strafen aufgrund der besonderen Situation erlassen.

Stadt Wien pocht weiter auf Zahlung der Parkgebühr

Auf die Bezahlung der Parkgebühren für einen Monat in Höhe von 500 Euro besteht aber das Rechnungsamt der Stadt Wien. Es gäbe keinen Ermessensspielraum, ließ man die Ombudsfrau wissen. Mag sein. Man darf sich aber fragen, warum die Behörden in Wien untereinander offenbar nicht vernetzt sind. Auf der einen Seite sucht die Polizei nach einem Auto, für das die Parkraumwächter - die ebenfalls der Landespolizeidirektion unterstehen - fast täglich einen Strafzettel ausstellen. Wie geht das?

04.05.2016, 06:00
Redaktion Ombudsfrau
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