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27.06.2017 - 12:11
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Millionenschäden nach Jahrhundert- Unwetter

25.07.2009, 09:00
Nach der großen Hitze haben schwere Unwetter in weiten Teilen Österreichs eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Gewitter mit heftigen Windböen, Starkregen und Hagelschlag zogen am Donnerstagabend über Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, das Burgenland und die Steiermark hinweg. Der Salzburger Flachgau wurde zum Katastrophengebiet erklärt, in Wien wurde ein 32-Jähriger durch einen herabstürzenden Ast schwerst verletzt. Die Unwetter richteten Schäden in zweistelliger Millionenhöhe an. Hagelkörner durchlöcherten Hausdächer, Äste wurden abgerissen, Bäume entwurzelt und Keller überflutet. Tausende Feuerwehrleute standen und stehen im Einsatz, die Aufräumarbeiten sind voll im Gange.

Salzburg wurde vom Unwetter schwer getroffen. Der entstandene Sachschaden dürfte beträchtlich sein. Am stärksten betroffen war der nördliche Flachgau, wo die Gemeinden Lamprechtshausen, Bürmoos, St. Georgen und Michaelbeuern von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg Umgebung zum Katastrophengebiet erklärt wurden. Tennisballgroße Hagelkörner und heftige Sturmböen verursachten in diesen Gemeinden zahlreiche Beschädigungen an Häusern und Kraftfahrzeugen.

Fünf leicht verletzte Personen wurden im Krankenhaus Oberndorf und Salzburg versorgt. Die Feuerwehr war im gesamten Bundesland mit über 1.200 Personen bei rund 365 Notfällen im Einsatz. Durch abgeknickte Äste wurde im Gemeindegebiet von Saalfelden im Pinzgau eine 30 KV- Leitung von der Salzburger AG beschädigt - ein Teil der Ortschaft Lenzing war für kurze Zeit ohne Strom.

Hast du Bilder vom Unwetter geschossen? Dann schick sie uns! (siehe Link in der Infobox)

Schlimmer noch erwischte es Oberösterreich: Vier Verletzte, zehn Millionen Euro Schaden an landwirtschaftlichen Flächen, 500 Gebäudeschäden - so lautet die vorläufige Unwetter- Bilanz. 5.400 Mann der Feuerwehren leisteten bei über 920 Einsätzen insgesamt 30.000 Stunden Hilfe. Am Vormittag waren immer noch mehr als 700 Mitglieder mit Aufräumarbeiten beschäftigt. In der Landwirtschaft sind ersten Schätzungen zu Folge 40.000 Hektar betroffen. In manchen Gebieten kam es zu einem hundertprozentigen Ausfall der Ernte, die noch auf den Feldern stand. Besonders schwer getroffen hat es die Maiskulturen. Die Hagelversicherung rechnet landesweit mit etwa 3.500 Schadensmeldungen.

Feuerwehrmann stürzte durch Dach in die Tiefe

In den Bezirken Braunau und Vöcklabruck fielen teils faustgroße Hagelkörner vom Himmel, drei Personen wurden getroffen und verletzt. Ein Feuerwehrmann stürzte beim Abdecken eines Daches mehrere Meter in die Tiefe. In manchen Ortschaften blieb kein einziges Dach heil. Im gesamten Bundesland wurden Keller und Straßen überflutet sowie Bäume entwurzelt. Westautobahn (A1) und Westbahnstrecke waren blockiert. Rund 9.000 Haushalte mussten zeitweise ohne Strom ausharren.

Storys über die Unwetter in den einzelnen Bundesländern findest du in der Infobox!

Auch in den Bezirken Wels/Land, Linz/Land, Perg und Vöcklabruck waren zahlreiche Unterführungen wegen Überflutung unpassierbar, umgestürzte Bäume versperrten den Verkehrsteilnehmern die Straßen. Im Bezirk Linz/Land fiel in 3.000 Haushalten der Strom aus. Die Westautobahn, die A1, war im Bezirk Wels/Land zeitweise gesperrt. Insgesamt waren in Oberösterreich 4.000 Feuerwehrleute von 250 Feuerwehren bei 800 Einsätzen gefordert.

Schwere Unwetter auch in Wien und Niederösterreich

Eine schlaflose Nacht hatten die Feuerwehrleute auch in Wien und Niederösterreich. Noch in den frühen Morgenstunden musste die Feuerwehr immer wieder ausrücken. Zwar hielten sich die Schäden durch Hagel in Grenzen, jedoch mussten auch hier wie in Salzburg und Oberösterreich Straßen, Stromleitungen und teilweise auch Häuser von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen befreit werden. Teilweise standen Keller und Unterführungen unter Wasser.

32- Jähriger durch herabstürzenden Ast schwerst verletzt

In Wien wurde nach Angaben der Rettung ein 32- jähriger Mann nach 22 Uhr an der Alten Donau in einem Gastgarten von einem herabfallenden Ast getroffen. Er erlitt eine Gehirnblutung, zahlreiche Wirbelbrüche, die zumindest eine Querschnittslähmung nach sich ziehen dürften, sowie einen Bruch des Gesichtsknochens.

Die Wiener Berufsfeuerwehr zählte über 450 Einsätze, die meisten waren in Wien- Döbling wegen der umgestürzten Bäume notwendig. Teilweise wurden hier Straßenbahn- Oberleitungen und andere oberirdische Stromleitungen beschädigt. Neben der Feuerwehr war deswegen auch die MA 33 im Einsatz, die für das Beleuchtungsnetz zuständig ist.

Das Ausflugsschiff MS Admiral Tegethoff wurde in Döbling ans Ufer getrieben und lief auf Grund. Das Schiff schlug laut Polizei leck, die 250 Passagiere konnten unverletzt an Land gebracht werden.

Massive Sturmschäden in vielen Parkanlagen und Alleen

Schwere Schäden gab es in den Wiener Parkanlagen und Alleen, der Donaupark wurde teilweise gesperrt. In der Donaustadt wurde das Dach des Geriatriezentrums zum Teil abgetragen. Die Wiener Landwirtschaftskammer wurden die Schäden durch Hageln Sturm und Regen mit bis zu vier Millionen Euro beziffert. Weingärten, Obst- und Gemüsefelder wurden schwer getroffen.

Auch in Niederösterreich gab es einen Großeinsatz der Feuerwehren. Es waren rund 300 Feuerwehren mit 3.800 Mann im Einsatz. Schwere Verwüstungen gab es vor allem in den Bezirken Tulln, Gänserndorf und St. Pölten. Mehrere Brände wurden durch Blitzschläge ausgelöst. In Klosterneuburg und Purkersdorf (beides Bezirk Wien- Umgebung) wurden mehrere Menschen aus ihren Fahrzeugen geborgen, die in überschwemmten Unterführungen stecken geblieben waren. Im Raum Neulengbach brach der Sturm zwei Stahlmasten der EVN ab. Rund 50.000 Haushalte im ganzen Bundesland waren vorübergehend ohne Strom. 

Burgenland: Entwurzelte Bäume und abgedeckte Dächer

Im Burgenland sind die Unwetter zwar eher harmlos ausgefallen, dennoch gab es im Norden zwischen 20 und 30 Feuerwehreinsätze. Besonders betroffen waren Rust, Mörbisch und Parndorf: Dort gab es entwurzelte Bäume und abgedeckte Dächer. Am Neusiedler See gerieten außerdem drei Boote in Seenot. Insgesamt waren rund zehn Feuerwehren im Einsatz.

In der Obersteiermark wütete ein orkanartiger Sturm

In der Obersteiermark hat ein orkanartiger Sturm großen Sachschaden angerichtet. Besonders stark betroffen war der Bezirk Liezen, in dem zahlreiche Straßen und die Bahnstrecke zwischen Haus und Schladming durch umgestürzte Bäume blockiert wurden. Rund 250 Feuerwehrleute waren in Liezen im Einsatz. Schäden gab es auch im Bezirk Mürzzuschlag. Durch den Sturm wurden Hausdächer, Stromleitungen und Autos schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Tennisballgroße Hagelkörner beschädigten Autos in Tirol

Die schweren Unwetter begleitet von starken Sturmböen haben in der Nacht auf Freitag auch in Tirol für Verwüstungen gesorgt. Heftige Gewitter und teilweise tennisballgroße Hagelkörner beschädigten Autos, Häuser wurden abgedeckt und zahlreiche umgestürzte Bäume blockierten Straßen. Hauptbetroffen waren die Bezirke Kufstein und Kitzbühel im Tiroler Unterland. Die Inntalautobahn (A12) Richtung Osten musste im Bereich Langkampfen zeitweise total gesperrt werden.

Heftige Sturmböen deckten vier Alphütten in Vorarlberg ab

In Vorarlberg sind auf einer Alpe des Bergs Kanisfluh im Gemeindegebiet von Au (Bregenzerwald) vier Alphütten abgedeckt worden. Heftige Sturmböen zogen der Gewitterfront voraus und beschädigten die aus Schindeln und Blech bestehenden Dächer. Die Feuerwehr deckte die Hütten behelfsmäßig mit Planen ab. Insgesamt wurden die Vorarlberger Feuerwehren Donnerstagabend zu 20 Einsätzen gerufen. Dabei ging es meist um Keller, in die Wasser eingedrungen war, oder um das Wegräumen umgestürzter Bäume.

20 Millionen Euro Gesamtschaden allein in der Landwirtschaft

Das Unwetter hat zu katastrophalen Hagelschäden in der Landwirtschaft geführt, teilte die Österreichische Hagelversicherung am Freitag mit. Insbesondere in den Bundesländern Oberösterreich, Wien, Tirol, Salzburg und Niederösterreich seien vor allem Ackerkulturen, Grünland, Wein, Obst und zahlreiche Gärtnereien betroffen. Eine Fläche von rund 60.000 Hektar sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Schadensbilanz für die Landwirtschaft würde mehr als 20 Millionen Euro betragen. "In der mehr als 60- jährigen Unternehmensgeschichte gab es noch nie ein Einzelhagelereignis mit einem derartigen katastrophalen Schadensausmaß", erklärte Kurt Weinberger, Generaldirektor der Hagelversicherung.

Zur Bilanz nach den schweren Unwettern in Mitteleuropa siehe Story in der Infobox!

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