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08.12.2016 - 08:00
Ein Unfall brachte die Polizei auf die richtige Spur. Nach der 30-Jährigen wird gefahndet.
Foto: Polizei Salzburg

Menschenhandel, Betrug: Abgründe der Bettler- Szene

13.11.2014, 07:15
Ein von einem Bettler verursachter Unfall hat die Salzburger Polizei auf die Spur von Menschenhandel, Betrug und Prostitution gebracht. Dieser Fall reiht sich in die Serie von kriminellen Machenschaften in der Bettler-Szene: Eine pauschale Verurteilung findet nicht statt, aber die Ermittlungsergebnisse sind eindeutig.

Der 22- jährige Rumäne war aus München angereist, um in Salzburg zu betteln, als er am 14. Oktober einen Unfall baute. Bei der Einvernahme stellten sich dann erschütternde Einzelheiten heraus: Er sei von drei rumänischen Brüdern - der Hauptverdächtige ist 26 Jahre alt - zum Betteln in Österreich mit Schildern mit der Aufschrift "Bitte ich brauche Geld für die Operation meines Kindes" gezwungen worden.

Zum Betteln und Stehlen gezwungen

Der junge Mann stand dabei unter ständiger Beobachtung, nächtigte im Freien, bekam kaum zu essen. Immer wieder kam es zu Misshandlungen und Drohungen, wenn er nicht spurte. 80 Euro waren seine tägliche Vorgabe, wollte er nicht von seinen Peinigern durchsucht werden. An guten Tagen erbettelte er nach eigenen Angaben auch mal 100 Euro. Innerhalb von Monaten soll er so rund 4.500 Euro abgeliefert haben.

Doch auch der Mann selbst gab 18 Straftaten zu, darunter Diebstahl und Einbrüche in Österreich. Dazu soll er ebenso gezwungen worden sein, ehe ihm die Flucht gelang. In Tirol kommt er zusammen mit anderen Bettlern für den Brand eines verlassenen Hauses infrage.

Das Unfallauto stammt übrigens von einem Mann aus Ungarn, der 50- fach wegen Diebstahls, Hehlerei und Körperverletzung vorbestraft ist. In Österreich ist er in der Rotlichtszene bekannt.

30- Jährige per Haftbefehl gesucht

Die 30- jährige, slowakische Freundin des 22- jährigen Rumänen, die ebenfalls im Bettler- Milieu in Salzburg und München unterwegs ist, wird überdies per Haftbefehl gesucht. Sie soll am 10. und 11. August in Salzburg zwei Männer (64 und 55) mit K.- o.- Tropfen betäubt und dann ausgeraubt haben. Noch dazu bot sie Männern sexuelle Dienste an und bestahl ihre Freier, während diese unter der Dusche waren.

Die Salzburger Polizei hat nun unter Leitung von Polizeidirektor Franz Ruf die Ermittlungen ausgeweitet. Deutsche Behörden durchkämmen die Szene in München, gesucht wird auch das Brüdertrio, dem Menschenhandel vorgeworfen wird.

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13.11.2014, 07:15
Michael Pichler, Kronen Zeitung/red
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