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28.02.2017 - 11:50
Jasmin K. im "Krone"-Interview
Foto: Martina Prewein, Martin A. Jöchl

"Meine Frau begreift gar nicht, was sie getan hat"

19.08.2015, 06:07
Die fürchterliche Tat geschah am 5. Juli: Tamara K. brachte ihren Sohn Alesio (5) in ihrer Wohnung in Wien-Favoriten um. In Verhören behauptete die Frau später, "Stimmen aus dem Fernseher" hätten ihr den Auftrag für das Verbrechen gegeben. Nun spricht Jasmin K., der Ehemann der 25-Jährigen, in der "Krone". "Tami", sagt er, "ist kein böser Mensch. Aber sie ist psychisch krank. Schon seit Langem."

"Krone": Herr K., besuchen Sie Ihre Frau in der Haft?
Jasmin K.: Sie ist nicht in einem Gefängnis, sondern in einer Psychiatrie. Gestern durfte ich zum ersten Mal zu ihr.

"Krone": Warum erst so spät?
Jasmin K.: Weil die Polizei bis jetzt überprüft hat, ob ich an ihrem Verbrechen beteiligt gewesen sein könnte. Ein völlig absurder Verdacht. Denn wahr ist: Wäre ich am 5. Juli nicht verreist gewesen, dann hätte meine Frau ihre Medikamente genommen - und Alesio würde noch leben.

"Krone": Von welchen Medikamenten sprechen Sie?
Jasmin K.: Tami und ich lernten uns Ende 2012 kennen, im Sommer 2013 heirateten wir. Erst einige Monate nach unserer Hochzeit merkte ich, dass sie seelische Probleme hat.  Sie wurde schnell hysterisch und hyperventilierte oft. Weswegen sie schließlich in psychiatrische Behandlung kam. Ab da musste sie täglich Pillen schlucken. Wenn sie das tat, ging es ihr gut. Darum sorgte ich immer dafür, dass sie nicht vergaß, sie einzunehmen.

"Krone": Was waren die letzten Kontakte mit Ihrer Frau - vor ihrer Wahnsinnstat?
Jasmin K.: Am 3. Juli fuhr ich nach Bosnien, um dort meine Familie zu besuchen. Tami sagte, sie wolle mit dem Kleinen ein gemütliches Wochenende verbringen. Baden gehen, Pizza essen. Am 4. Juli telefonierten wir mindestens fünfmal miteinander. Sie wirkte völlig normal. Genauso wie am Tattag. Zu Mittag redeten wir noch miteinander. Meine Frau meinte, sie und Alesio würden den Nachmittag daheim verbringen und im Fernsehen einen Film anschauen.

"Krone": Sprach sie zu diesem Zeitpunkt bereits von Stimmen aus dem Gerät, die mit ihr kommunizieren würden?
Jasmin K.: Nein. Aber in den Monaten davor hatte sie ein paar Mal derartige Andeutungen gemacht. Die ich leider nicht ernst genug nahm. Doch ich hätte meiner Frau ja bis vor Kurzem auch niemals zugetraut, dass sie gewalttätig werden könnte.

"Krone": Wie war das Mutter- Sohn- Verhältnis?
Jasmin K.: Tami liebte ihren Buben abgöttisch, sie hat ihn niemals geschlagen und ihn immer zärtlich behandelt.

"Krone": Wie geht es Ihrer Frau jetzt?
Jasmin K.: Sehr schlecht. Während meines Besuchs hat sie dauernd geschluchzt, dass sie zu Alesio wolle. Ich weiß nicht, ob sie überhaupt begreift, was sie getan hat.

19.08.2015, 06:07
Martina Prewein, Kronen Zeitung/red
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