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04.12.2016 - 23:09
Foto: APA/FMT-PICTURES

Mehr Klarheit nach Bluttat im Bahnhofsviertel

23.03.2015, 17:30
Zwei Tage nach der angeblichen Messerstecherei im Salzburger Bahnhofsviertel mit zwei Verletzten ist am Montag etwas Licht ins Dunkel gekommen. Demnach handelt es sich dabei um zwei voneinander völlig unabhängige Vorfälle: Zum einen ging ein Tunesier mit einem Messer auf einen Algerier los und verletzte diesen schwer, im zweiten Fall unternahm ein Deutscher einen Selbstmordversuch - er verstarb am Montag im Spital.
Gegen 16.45 Uhr waren am Samstag vor dem City Center am Bahnhofsvorplatz mehrere Personen in Streit geraten.  Dabei kam es zur Messerattacke, bei der ein Beteiligter Stich- und Schnittverletzungen erlitt. Ein Zeuge brachte das Opfer zur Polizeiinspektion Bahnhof.

"Ermittlungen in Richtung Drogenhandel oder Raub"

Wie sich nun herausstellte, war ein 34- jähriger Tunesier mit einem Klappmesser auf den 25- jährigen Algerier losgegangen. Er fügte ihm mehrere Schnitt- und Stichwunden zu. Das schwer verletzte Opfer wurde in das Landeskrankenhaus Salzburg gebracht. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter noch im Bahnhofsbereich fest. Über die genauen Hintergründe wollte sie auch am Montag noch keine Angaben machen. "Die Ermittlungen gehen derzeit in Richtung Drogenhandel oder Raub", sagte Polizeisprecher Ortwin Lamprecht. Der mutmaßliche Täter ist auf jeden Fall für die Ermittler kein Unbekannter.

Deutscher im Spital gestorben

Nur wenige Minuten nach dem ersten Zwischenfall wurde ebenfalls im Bahnhofsbereich ein zweiter Mann blutüberströmt entdeckt, der auch Stich- und Schnittverletzungen aufwies. Als Einsatzkräfte eintrafen, zeigte er kein Lebenszeichen mehr. Sofort wurde mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen, die erfolgreich waren. Erste Meldungen, wonach der Mann noch an Ort und Stelle verstorben wäre, korrigierte die Polizei am Sonntag und begründete die irrtümliche Angabe mit Kommunikationsproblemen. Der Mann - ein Deutscher - wurde ins Landeskrankenhaus gebracht. Er erlag am Montag jedoch seinen schweren Verletzungen.

Kein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen

Erste Vermutungen über einen Zusammenhang mit der anderen Messerstecherei haben sich nicht bestätigt: Die Auswertung von Überwachungsvideos sowie Zeugenbefragungen ergaben, dass sich dieser Mann zum Zeitpunkt ganz alleine am betreffenden Ort aufgehalten hatte. Er hatte sich demnach die Schnittverletzung am Hals selbst zugefügt. Nach Angaben seiner Angehörigen war der Deutsche psychisch krank.

Die Polizei hat inzwischen etwa 30 Zeugen befragt und die Videos der Überwachungskameras ausgewertet, um Klarheit in die Sache zu bringen. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.

23.03.2015, 17:30
AG/red
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