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03.12.2016 - 23:37
Foto: APA/Robert Jäger / Video: APA

Mann schwängerte Stieftochter: Zwölf Jahre Haft

24.03.2014, 17:15
Jener 34-Jährige, der im Vorjahr seine damals elfjährige Stieftochter geschwängert hatte, ist am Montag zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden und soll nun in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Dem einschlägig vorbestraften Mann, der sich schuldig bekannte, wurden schwerer sexueller Missbrauch einer Unmündigen sowie Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und Quälen bzw. Vernachlässigen einer Unmündigen vorgeworfen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Ich bereue es sehr. Es tut mir wirklich leid", meinte der Mann abschließend unter Tränen. Der 34- Jährige habe "zweifelsfrei" Geschlechtsverkehr mit seiner damals elfjährigen Stieftochter gehabt, woraus die Schwangerschaft und schließlich auch ein Kind entstanden sei. Er sei "schuldig im Sinne der Anklage", so die Richterin.

Foto: APA/Robert Jäger

Als mildernd wertete das Gericht sein Geständnis, erschwerend war unter anderem der rasche Rückfall, denn der Mann hatte sich vor einigen Jahren an der damals zehnjährigen Tochter einer früheren Lebensgefährtin vergangen und verbüßt dafür derzeit eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Die Vorhaft werde angerechnet, so Knöchl. Außerdem muss er Schmerzensgeld in der Höhe von 16.170 Euro bezahlen. Die Verteidigerin kündigte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Die ebenfalls angeklagte Mutter (37) des Opfers wurde kurz zuvor ebenfalls nicht rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe von elf Monaten verurteilt. Auch ihr war das Quälen oder Vernachlässigen einer Unmündigen vorgeworfen worden.

"Keine bösen Absichten gesehen"

"Ich habe nicht gewusst, dass sie schwanger ist", sagte der Angeklagte vor Gericht. Auch die Mutter gab an, davon nichts gewusst zu haben. Die 37- jährige Frau ist seit 2006 mit dem bereits wegen sexuellen Missbrauchs eines anderen Kindes vorbestraften Mann zusammen und hatte ihn zwei Tage nach der Geburt ihres Enkelkindes geheiratet - mittlerweile sind die beiden wieder geschieden.

Sie beschrieb den 34- Jährigen als vor Gericht als "liebevollen Vater" - für das Opfer und für die beiden gemeinsamen Kinder. Er sei der "Hausmann" gewesen, daheim habe es aber "katastrophal" ausgesehen. Sie ging arbeiten und ließ ihn mit den Kindern daheim. Zu seinen Vorstrafen meinte sie: "Ich habe das nicht negativ aufgefasst. Ich habe keine bösen Absichten bei ihm gesehen."

Angeklagte "wollten vertuschen"

Die Staatsanwältin Patricia Lendzian hielt sich aus Rücksicht auf das Opfer zurück und fasste die Geschehnisse kurz zusammen. Sie selbst habe gar nicht glauben können, was hier passiert sei. Die beiden Angeklagten hätten die Geschehnisse vertuschen wollen. Der Fall sei aufgeflogen, weil die Eltern Tage nach der Geburt zu einer anonymen Beratungsstelle gegangen seien. Erst dann wurde das Mädchen ins Spital gebracht - und zwar viel zu spät, es habe Schäden davongetragen, die bei sofortiger Verbringung in ein Krankenhaus nicht entstanden wären, sagte die Staatsanwältin.

Der Angeklagte erklärte dazu, nachdem er sich die Vorträge der Staatsanwältin und der Verteidiger unter Tränen angehört hatte: "Ich kann nur sagen, dass wir Angst gehabt haben... Angst, dass sie uns alle Kinder wegnehmen." Auch die Mutter hatte Angst vor dem Jugendamt, da man ihr schon einmal zuvor "die Kleine" beinahe weggenommen hätte. Die Stieftochter habe ein gutes Verhältnis zum Angeklagten gehabt, sogar ein besseres als zu ihrem eigenen Vater, so die Mutter.

"Von wo soll die schwanger sein?"

Im Oktober stand das Jugendamt vor der Tür. Die Schule hatte den Verdacht geäußert, dass das Mädchen schwanger sei. "Ich hab' nur gesagt: 'Na von wo soll die schwanger sein?'", erinnerte sich die Angeklagte, der Quälen oder Vernachlässigen einer Unmündigen vorgeworfen wird. Es folgte ein Urintest, eine Ultraschalluntersuchung habe das Mädchen nicht machen lassen wollen. Auf die Frage, warum sie das Kind nicht eher ins Spital gebracht habe, sagte die 37- Jährige: "Ich habe nicht handeln können. Ich war wie gelähmt."

Das Mädchen hatte im Alter von zwölf Jahren im vergangenen November zu Hause im Südburgenland alleine ihr Kind zur Welt gebracht. Der Stiefvater nabelte das Baby ab. Die Eltern gaben an, damals unter Schock gestanden zu sein.

24.03.2014, 17:15
AG/red
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