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11.12.2016 - 03:27
Foto: Gerhard Bartel / Video: APA

Mann schnitt "Ex" die Kehle durch: 20 Jahre Haft

12.02.2014, 15:06
Wegen Mordes an seiner Ex-Freundin ist am Mittwoch am Wiener Straflandesgericht ein 29-jähriger Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Bei einem letzten Gespräch zwischen dem Paar im Sommer 2013, in der wie schon so oft über die Beziehung geredet werden sollte, schnitt er der 26-Jährigen die Kehle durch und hätte ihr dabei beinahe den Kopf abgetrennt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Am Anfang war alles okay, es war Liebe", erzählte der Beschuldigte über den Beginn der Beziehung zu der 26- Jährigen. Doch das Paar geriet in den folgenden Monaten immer wieder in Streit, so ging es unter anderem auch um die Eifersucht des 29- jährigen Angeklagten. Zwischen den beiden entwickelte sich eine On- off- Beziehung.

Am 24. Juli 2013 ging Stefan C. zunächst noch zur Arbeit. Wegen Übelkeit ließ er sich bei seinem Chef entschuldigen, da er sich auf der Toilette übergeben hatte. Zu Hause in Bezirk Hernals angekommen, kontaktierte er seine Freundin, diese sollte ihn zum Arzt begleiten. Dorthin gingen die beiden jedoch nicht mehr: Das Paar geriet in einen heftigen Streit, die 26- Jährige zog im Zuge der Auseinandersetzung einen Schlussstrich unter die Beziehung.

"Ich konnte nicht ohne sie leben"

"Ich konnte nicht ohne sie leben", meinte der Angeklagte, ein Rumäne, der seit 2006 in Österreich lebt. Stefan C. ging daraufhin in die Küche und holte ein Messer. Seine nunmehrige Ex- Freundin saß mit dem Rücken zu ihm auf der Couch. "Ich bin von hinten gekommen, hab' mit der Hand ihr Kinn gehalten und hab' mit dem Messer von rechts nach links geschnitten", schilderte der 29- Jährige vor Richterin Sonja Weis. "Er hat mit dem Messer durchgezogen", beschrieb die Staatsanwältin die Heftigkeit der Attacke.

Laut Gerichtsmediziner war der Schnitt so tief, dass Luftröhre und Halsvenen durchtrennt wurden und sogar bei der Obduktion eine Kerbe an der Halswirbelsäule zu erkennen war. Der Schnitt "musste entschlossen, zügig und rasch" vollzogen worden sein, so der Sachverständige. Der Tod trat nach weniger als einer Minute ein, sagte der Gerichtsmediziner.

29- Jähriger: "Ich habe so gelitten und war so verletzt"

"Ich wollte sie nicht umbringen", erklärte der Angeklagte. "Aber Sie haben ihr die Kehle durchgeschnitten und zwar so massiv, dass Sie ihr fast den Schädel abgeschnitten haben", hielt Richterin Weis dagegen. "So etwas überlebt man nicht." "Ich habe so gelitten und war so verletzt", meinte der Beschuldigte.

Nach der Bluttat nahm er die leblose Frau und legte sie aufs Bett: "Sie ist in meinen Armen gestorben. Und dann wollte ich auch sterben." Mit dem Messer fügte er sich tiefe Schnittwunden am linken Unterarm zu und legte sich zu der 26- Jährigen. Nach einer Weile entschloss er sich dennoch, Hilfe zu holen und marschierte barfuß und mit Boxershorts bekleidet zur nächsten Polizeistation. Dort brach er zusammen. Dabei zog er eine so lange Blutspur, dass die Beamten rasch den Tatort ausfindig machen konnten.

Geschworene entschieden einstimmig für Mord

Die Geschworenen entschieden am Mittwoch im Prozess nach eineinhalbstündiger Beratung einstimmig mit 8:0 Stimmen für Mord. Der Angeklagte vernahm die Urteilsverkündung mit hängenden Schultern. Mildernd wurden der bisherige ordentliche Lebenswandel und das Geständnis gewertet, sowie dass sich der 29- Jährige bei der Polizei selbst gestellt hatte.

Erschwerend war die besonders grausame und heimtückische Tat, bei der das Opfer "überhaupt keine Chance hatte, sich zu wehren", so die Richterin. Verteidiger Rudolf Mayer erbat sich drei Tage Bedenkzeit, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Somit ist der Richterspruch nicht rechtskräftig.

12.02.2014, 15:06
AG/red
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