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25.04.2017 - 13:52
Thomas H. ist empört: "Keiner half meiner Verwandten."
Foto: Markus Tschepp

Mädchen in Linienbus attackiert - und keiner half

15.11.2014, 10:37
Nasenbeinprellung, Augen- und Wirbelsäulenverletzungen: Schwere Blessuren hat ein erst 14 Jahre altes Mädchen in Salzburg davongetragen, nachdem es von einem Mann brutal attackiert worden war. Der dramatische Vorfall spielte sich jedoch weder in der Nacht noch in einer dunklen Seitengasse ab. Die Jugendliche wurde am helllichten Tag in einem gut besetzten Linienbus angegriffen. Zeugen der Tat soll es einige gegeben haben - eingeschritten ist jedoch niemand.

Thomas H., ein Verwandter des Mädchens, ergreift das Wort für die Jugendliche. Denn die 14- Jährige selbst hat neben den Schmerzen jetzt auch große Angst. Sie war am Donnerstag gegen 13.30 Uhr in Salzburg in die Linie 2 eingestiegen und von der Sterneckstraße in Richtung Obergnigl gefahren. "Der Mann hat meine Verwandte gezwickt. Sie hat ihm daraufhin gesagt, dass er das lassen soll", sagt H.

Zeugen schauten einfach weg

Schon an der Bushaltestelle soll der Mann das erste Mal zugeschlagen haben. Er verfolgte die Jugendliche in den Obus. Dort zerrte er sie von der Mitte des Fahrzeuges in den hinteren Bereich. Der Angreifer drückte die 14- Jährige gegen die Scheibe und soll auch noch mehrmals auf sie eingeschlagen haben, als sie bereits am Boden lag.
Obwohl das Mädchen laut um Hilfe schrie, schauten viele der Fahrgäste einfach weg. "Freunde halfen ihr schließlich", so der Verwandte. Der Busfahrer soll nicht reagiert haben. "Wie kann ich so einen Tumult nicht bemerken?", fragt sich H.

"Angreifer ist schon mehrmals aufgefallen"

Die Jugendliche fuhr mit ihrer Mutter schließlich in das Unfallkrankenhaus. Ihr Nasenbein ist stark geprellt, ein Auge blutunterlaufen, der Rücken ist übersät mit blauen Flecken. Die Familie hat Anzeige erstattet. "Uns wurde gesagt, dass der Angreifer schon mehrmals aufgefallen ist. Er hat schon öfter Personen attackiert oder angerempelt", sagt H.

Von der Salzburg AG heißt es: "Wir haben alle Fahrer, die infrage kommen, befragt. Sie haben nichts bemerkt. Wenn etwas im Bus passiert, sind die Lenker angehalten, rasch stehen zu bleiben und die Notruftaste zu drücken", so Sprecher Peter Brandl zur "Krone".

15.11.2014, 10:37
Iris Wind, Kronen Zeitung/red
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