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29.07.2016 - 04:03
Foto: Peter Tomschi

Liebe im Bordell: Prostituierte heiratet Millionär

03.06.2015, 19:46
Prostituierte heiratet Millionär: Diese Geschichte geht um die Welt. Die "Krone" traf das schräge Paar am Arbeitsplatz der Braut - im Bordell.

Vergangener Dienstag, 18 Uhr, in der "Oase", einem kleinen Bordell am Ortsende von Rosenburg, Niederösterreich. Keine Gäste da, auf einem Bildschirm läuft ein Porno, aus der Musikbox dröhnen Schlager. An der Bar steht der Betreiber des Puffs. Im Minutentakt rufen Journalisten an und stellen Fragen über Lucy. Seit vier Jahren arbeitet die 27- Jährige bei ihm als Prostituierte, am 30. Mai hat sie mit großem Pomp Klaus Schweikert, 57, angeblich Millionär, geheiratet. Ist die "Pretty Woman"- Story Wirklichkeit geworden, in diesem schummrigen Etablissement neben einer Schnellstraße?

Lucy und ihr Prinz kommen in das Lokal, nehmen an einem Ecktisch Platz. Beide trinken Red Bull und rauchen Kette. "Wir sind überfordert", klagen sie: "Weil die Medien so viel Falsches über uns berichten." Und gleich stellt Schweikert klar: "Ich war niemals ein Freier von Lucy. Wir haben einander auf ganz andere Weise kennengelernt." Wann, wie, wo?

Modernes Märchen, nicht ganz wahr

"Es war am 27. April 2015. Ich bin damals nach einem längeren beruflichen Deutschlandaufenthalt in mein Haus bei Horn zurückgekehrt. Die Heizung funktionierte nicht, auf den Möbeln lag Staub, ich fühlte mich verloren. Ich lud einen Freund zu mir ein, er sagte: 'Du bist nicht gut drauf. Ich ändere das.' Er rief den Besitzer der 'Oase' an: 'Schick ein Mädchen her.' Ich wollte das nicht, noch nie zuvor hatte ich mit einer Hure verkehrt. Und dann stand Lucy vor meiner Türe. Ich gab ihr die für zwei Stunden Hausbesuch verabredeten 400 Euro und schlug ihr vor, mit mir eine Flasche Sekt zu trinken. Während wir das taten, geschah etwas Magisches mit uns. Wir merkten, dass wir Seelenverwandte sind."

Die gebuchten 120 Minuten vergingen wie im Flug, "und danach", so Lucy, "teilte ich meinem Chef mit, dass ich die Nacht bei Klaus verbringen würde, gratis." Der Verlauf dieser Nacht? "Wir redeten bis zum Sonnenaufgang miteinander. Über uns."

"Pretty Woman" ja, aber Millionär?

Herr Schweikert, im Internet sind keine Einträge über Sie zu finden. Wie reich sind Sie wirklich? "Über Geld spreche ich nicht. Ich sage nur so viel: Jahrzehnte hindurch war ich für internationale Konzerne im Management tätig." Und jetzt? "Bin ich Investor, kaufe Liegenschaften, vermiete oder veräußere sie gewinnbringend." Wie aufs Stichwort zeigt Lucy ihren Verlobungsring. Rubin und Diamanten in Gold. Der Audi A8, den sie zur Hochzeit geschenkt bekommen hat, steht nicht vor dem Bordell. "Weil er gerade in der Werkstatt ist", so Schweikert.

Lucy, wer bist du? "Ich komme aus Tschechien. Jobbte dort in der Gastronomie und in einer Fensterfabrik. Privat hatte ich wenig Glück. Ich geriet immer an schlechte Männer. Und darum fand ich nichts dabei, als mir eine Freundin 2011 das Angebot machte, nach Österreich zu übersiedeln und hier als Prostituierte zu arbeiten. Schlimm war für mich nur die Trennung von meinem Sohn, den ich bei meiner Mutter zurücklassen musste. Doch vielleicht hole ich ihn nun ja bald zu mir, Klaus mag Kinder, er hat selbst eine Tochter." "Die ich sehr liebe", versichert Schweikert schnell, und dass sie aus einer langjährigen Beziehung stamme: "Überhaupt: Es gab nur wenige Frauen in meinem Leben."

"Bis dato hatten wir noch keinen Sex"

Aber für keine von ihnen hätte er jemals so viel Zuneigung empfunden wie für Lucy. Wann hat er eigentlich beschlossen, die 27- Jährige zu heiraten? "Zwölf Stunden nach unserem Kennenlernen. Kniend machte ich ihr dann auch gleich einen Antrag." Die Wochen danach? "Wir kuschelten viel. Auch die Hochzeitsnacht haben wir bloß damit verbracht. Bis dato hatten wir noch keinen Sex." Wie bitte? Klaus: "Irgendwann werden wir miteinander schlafen und ein Kind zeugen." Lucy: "Ich wünsche mir von meinem Mann eine Tochter."

Es ist mittlerweile 20 Uhr. Die junge Braut geht in ein Nebenzimmer, tauscht Leggings, T- Shirt und Sneakers gegen ein kurzes, schwarzes Kleid und High Heels. "Meine Schicht beginnt", erklärt sie. Bald werden Freier mit ihr Sex haben. "Ich bin nicht eifersüchtig", beteuert Klaus Schweikert, "ich akzeptiere Lucys Job genauso wie sie meinen." Mit anzusehen, wie seine Frau mit einem anderen in ein Separee geht, möchte er dennoch nicht: "Das täte mir weh." Darum fährt er jetzt schnell mit seinem Audi A7 nach Hause: "Ich werde heute früh schlafen gehen."

03.06.2015, 19:46
Martina Prewein, Kronen Zeitung
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