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Foto: APA/GERT EGGENBERGER

"Leichte Entwarnung" im Kärntner Milchskandal

02.12.2014, 07:46
Der Nebel im Kärntner Umweltskandal lichtet sich: Ermittlungen zeigen, dass der kontaminierte Blaukalk im Zementwerk an einer falschen Stelle eingebracht - und so an der Genehmigung "vorbei verbrannt" wurde. Dadurch konnte das Gift HCB frei werden. Das Land gibt nach einer Krisensitzung "leichte Entwarnung".

"Keine Gefahr in Luft, Wasser, Boden und in Verkehr befindlicher Milch", gab das Land nach einem Krisengespräch am Montag "leichte Entwarnung": Derzeit gebe es keine Belastung mit HCB. Zu klären gilt jetzt, wie das Umweltgift überhaupt freigesetzt werden konnte. Denn die Behörde hat die Blaukalk- Verbrennung mit Bescheid vom 15. Dezember 2010 genehmigt. "Erhebliche nachteilige Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt sind nicht zu erwarten", hieß es.

Blaukalk an Genehmigung "vorbei verbrannt"

Doch es kam anders.  "Der Bescheid bezieht sich auf eine gewisse Menge und Temperatur", erklärt dazu Landeswirtschaftsjurist Albert Kreiner. Wie es aussieht, soll der kontaminierte Kalk jedoch an einer falschen Stelle bei lediglich 450 Grad in den Prozess zur Zementproduktion eingebracht worden sein. Das HCB verflüchtigt sich aber erst ab 850 Grad. Der Blaukalk wurde sozusagen an der Genehmigung "vorbei verbrannt".

Daher wurde ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet. Im Zuge dessen haben die Sachverständigen weitere Fragen zu klären. Wurde mehr Blaukalk verbannt, als genehmigt? Und seit wann wurde der Blaukalk "falsch verbrannt"? "Fachlich- technische Untersuchungen laufen", erklärt Kreiner. Seitens des Zementwerkes war niemand zu einer Stellungnahme bereit.

Falsche Verarbeitung bei Überprüfungen nicht bemerkt

Obwohl das Zementwerk und die Betriebsabläufe unangekündigt von Beamten mehrmals - wie am 17. Dezember 2013 und am 30. Jänner 2014 - überprüft worden sind, fiel die falsche Blaukalk- Verarbeitung nie auf. "Weil es sich um einen geschlossenen Prozess handelt", so die Rechtfertigung. Auch Messungen hätten nichts Verdächtiges angezeigt, was auf einen falschen Prozess hingedeutet hätte - 36 Schadstoffe seien untersucht worden.

02.12.2014, 07:46
Thomas Leitner, Kronen Zeitung/red
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