Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
07.12.2016 - 22:45
Samir (re.) und seine Dankesworte an Österreich
Foto: Peter Berger, Erwin Jannes

"Krone" vor Ort: "Unser Fußmarsch in die Freiheit"

05.09.2015, 16:44
"Danke, großartiges Österreich! Danke für euer Herz und Mitgefühl - eure syrischen Freunde!" In holprigem Englisch schreibt Samir Samstagfrüh diese Dankesbotschaft auf einen Zettel. Er ist der erste Syrer, dem das "Krone"-Team auf dem Westbahnhof begegnet. Er strahlt wie ein Hutschpferd übers ganze Gesicht. Denn der Ingenieur aus Damaskus weiß eines: Jetzt, da er in Wien ist, befindet er sich in Sicherheit und Freiheit.

Vergessen all die Strapazen der vergangenen 30 Fluchttage. Verdrängt die Demütigungen und Ängste der letzten 30 Stunden in Ungarn. Seine Flucht über Jordanien, die Türkei, Griechenland und Mazedonien spiegelt alles wieder, was Tausende ebenso mitgemacht haben: eine lebensgefährliche Überfuhr in einem Schlauchboot, brutale Schlepperwillkür und schließlich die harsche Behandlung durch ungarische Polizisten.

"Wir sind doch keine Kriminellen. Nach den Ängsten und Schmerzen dieser Tortur, für die wir unsere gesamten Ersparnisse aufgebracht haben, sind wird doch nicht so dumm, etwas anzustellen", erzählt er von seinen Erfahrungen in Ungarn. Hooligans haben in Budapest mit Steinen nach ihnen geworfen und "Verschwindet!" geschrien. Jetzt ist alles o.k. Am Abend fährt er mit dem Zug nach Hamburg, wo Freunde auf ihn warten. Im "gelobten Land" Deutschland hofft Samir auf ein besseres Leben.

Ebenso wie jene Hunderte Syrer, die nun in der Nova- Rock- Halle in Nickelsdorf eine Welle der Menschlichkeit spüren. "Dieser Moment, als der erste Bus über die Grenze rollte, ist für mich vergleichbar mit dem Fall der Berliner Mauer", sagt "Krone"- Fotograf Peter Berger hörbar bewegt. Er war Zeitzeuge, nachdem Kanzler Werner Faymanns Telefonat mit Ungarns Premier Viktor Orban die Öffnung der Grenze ermöglicht hatte. Jetzt glauben die Flüchtlinge erstmals an Freiheit. Zehn Kilometer von jener Pannenbucht entfernt, wo in der Vorwoche 71 Tote im Kühllaster  entdeckt wurden, 15 Kilometer vom Parndorfer Outlet- Center entfernt, wo Freiheit durch Luxus gilt.

Lesen Sie auch:

05.09.2015, 16:44
Christoph Matzl, Kronen Zeitung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum