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29.06.2017 - 05:24
Foto: thinkstockphotos.de

Kinder belästigt: Kein Videobeweis gegen Sextäter

23.01.2016, 11:08

Die "OÖ- Krone" deckte den Übergriff auf Kinder im Linzer Parkbad auf, nun schlägt er immer höhere Wellen: Die Linz AG verstärkt ihr Aufsichtspersonal! Auch die Polizei schaltet sich ein und will Bäderbetreiber richtig vorbereiten. Der Linzer Stadtvize Bernhard Baier kritisiert unterdessen, dass Videobeweise fehlen.

Kameras gibt es im Linzer Parkbad bereits - sie filmen das Geschehen und übertragen es in die Bademeister- Kabine, damit dieser alle Bereiche im Blick hat. Doch gespeichert werden die Bilder nicht, das sei "datenschutzrechtlich nicht möglich", heißt es seitens der Linz AG.

"Videoaufzeichnungen dringend nötig"

Ein Videobeweis wäre aber gerade im aktuellen Missbrauchsfall, bei dem ein südländisch aussehender Mann einen dreijährigen Buben berührt und sich neben ihm im Kinderbecken befriedigt hatte, eine große Hilfe bei der Aufklärung. Wurde der Täter doch weggeschickt, ohne dass man die Polizei gerufen hatte. Deshalb fordert der Linzer VP- Vizebürgermeister Bernhard Baier nun, dass die Kameras die Bilder speichern, am besten für einen Monat: "Die Situation ist untragbar. Eine Videoaufzeichnung ist kein großer Aufwand und dringend nötig, um Täter auszuforschen." Die Linz AG prüft jetzt die rechtliche Lage.

Auch im Sommer hatte es bereits vier ähnliche Vorfälle sexueller Belästigung von Minderjährigen im Parkbad gegeben, auch damals wurden die Angreifer als südländisch beschrieben: "Eine Anzeige gab es aber nur in einem Fall, und über solche Vorfälle wird gern der Mantel des Schweigens gebreitet", ärgert sich auch FPÖ- Stadtvize Detlef Wimmer.

"Umfassende Mitarbeiterschulungen" geplant

Ab sofort verstärkt die Linz AG das Aufsichtspersonal und lässt sich von der Polizei beraten. "Ich habe bereits Gespräche mit der Linz AG geführt und vereinbart, am kommenden Montag mit den Verantwortlichen der diversen Linzer Bäder einen Termin für eine umfassende Mitarbeiterschulung festzulegen", so David Furtner von der Polizeidirektion. "Wir bieten unsere Hilfe aber natürlich nicht nur in Linz an, sondern es können alle Badbetreiber Oberösterreichs Kontakt zu uns suchen." Wichtig ist bei einem Übergriff jedenfalls, sofort die Polizei zu kontaktieren, betont Furtner.

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23.01.2016, 11:08
Jasmin Gaderer und Lisa Prearo, Kronen Zeitung/red
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