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29.05.2017 - 10:35
Khol will als Bundespräsident ein "Sprachrohr von den Wurzeln in die Krone des Baumes" sein.
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER / Video: APA

Khol möchte "bescheiden wie Heinz Fischer" sein

11.01.2016, 12:23

Andreas Khol will ein "bescheidener Bundespräsident" werden - "wie Heinz Fischer". Außerdem möchte der am Sonntag gekürte ÖVP- Kandidat für das Rennen um die Hofburg ein "Sprachrohr von den Wurzeln in die Krone des Baumes" werden - mit anderen Worten: ein Volkspräsident. Gemeinsam mit Parteichef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner will er sich auch dafür einsetzen, dass es im Wahlkampf fair und transparent zugeht, kündigte Khol am Montag bei seiner Antritts- Pressekonferenz an. Die ÖVP denkt auch an eine Begrenzung der Wahlkampfkosten.

Warum er das Land und die Leute mag, wie er zum wiederholten Male betonte, erklärte der ehemalige Klubobmann und Nationalratspräsident mit seiner eigenen Biografie. Er sei aus Südtirol vertrieben worden und stand als Staatenloser am Brenner. "Die österreichische Staatsbürgerschaft bekam ich erst 1949", so Khol, der in diesem Zusammenhang seine Dankbarkeit für das Land kundtat.

"Niemand ist so jung wie wir"

Einer Journalistenfrage nach seinem Alter bzw. einer möglichen zweiten Amtsperiode entgegnete Khol, dass er sich keineswegs zu alt fühle. Als Draufgabe zeigte der 74- Jährige das Cover seines Smartphones. Auf der Hülle prangt der Satz: "Niemand ist so jung wie wir." Und so fühle er sich auch. "Ich brauche wenige Schlaf und ich werde mich in die Schlacht, in den Diskurs werfen."

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, der bis vor wenigen Tagen öffentlich als Favorit auf den Kandidatenposten der ÖVP gehandelt worden war, diesen aber abgelehnt hatte, zeigte sich am Montag von Khol überzeugt. Die ÖVP biete mit dem ehemaligen Nationalratspräsidenten einen Kandidaten auf, "der ein ausgezeichneter Bundespräsident werden kann". Khol bringe "wichtige Qualitäten" mit. Nicht zuletzt, so Pröll, sei Khol "der Erste gewesen", der die "Bürgergesellschaft" thematisiert habe, was auch heute "unglaublich aktuell" sei. Dazu sei der ÖVP- Kandidat international erfahren, sprachengewandt und habe Freude im Umgang mit Menschen.

Mitterlehner will mit Khol in die Stichwahl kommen

Mitterlehner lobte Khol einmal mehr als erfahrenen Politiker, der in unsicheren Zeiten Sicherheit vermitteln könne. Khol sei darüber hinaus basisverbunden, könne das Land gut repräsentieren und verfüge über gute Fremdsprachenkenntnisse. Als Ziel gab Mitterlehner aus, dass die ÖVP mit Khol in die Stichwahl kommen will.

Mitterlehner und Khol sprachen sich für eine Wahlkampfkostenbegrenzung aus. Der Parteichef geht davon aus, dass der Wahlkampf der ÖVP mindestens drei bis vier Millionen Euro kosten wird. Die Volkspartei möchte außerdem ein Fairnessabkommen mit den anderen Bewerbern vereinbaren.

"Flotte Sager" auch künftig zu erwarten

Khol erhielt laut eigenen Angaben die erste Anfrage von Mitterlehner zur Kandidatur am 30. Dezember in der Früh, danach habe man sich zu einem Gespräch getroffen. Dabei sei ihm zum ersten Mal klar geworden, dass er kandidieren könnte. Definitiv sei die Entscheidung erst zu einem späteren Zeitpunkt geworden, so der ÖVP- Kandidat.

Als Signal an die FPÖ- Wählerschaft will sich das ehemalige Mastermind von Schwarz- Blau nicht sehen: "Ich bin wesentlich breiter aufgestellt, als Sie glauben", so Khol. Im Seniorenrat habe er etwa auch mit allen konfliktfrei zusammengearbeitet. Eine so gute Zusammenarbeit wie mit seinem bisherigen roten Pendant Karl Blecha sollte auch die Bundesregierung haben, sagte Khol und fügte hinzu: Die Regierung "kommt dem immer besser nach". "Flotte Sager" wolle er sich aber auch künftig nicht verkneifen.

Flüchtlinge: Richtwert statt Obergrenze

Zur aktuellen Debatte über Obergrenzen bei der Aufnahme von Asylwerbern gaben sich Khol und Mitterlehner eher zurückhaltend. "Wir müssen schauen, was wir leisten können, und uns danach orientieren", so Khol. "Ich bin dafür, dass man bei den Gesprächen zwischen Bund und Ländern eine Strategie vorbereitet. Wir erwarten im Mai dieses Jahres den zweiten großen Ansturm. Wir dürfen nicht unvorbereitet sein", sagte der 74- Jährige. Wichtig sei, zu schauen, wie viele Unterkünfte man bereitstellen könne. Dann komme ein Richtwert heraus. Diesen solle man sich vor Augen halten und danach die praktischen Maßnahmen durchführen. Man solle nicht Obdachlosigkeit produzieren, so Khol.

Video: Auch Andreas Khol hat ein Antrittsvideo in den sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Video: YouTube.com/Andreas Khol

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red/AG
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