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23.08.2017 - 04:15
Kanzler Christian Kern
Foto: AFP

Kern: "Eine Umwälzung, die durch Österreich geht"

16.07.2017, 19:32

Zu Urlaubsbeginn und vor dem Start in die heiße Wahlkampfphase hat Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) am Sonntag noch einige Ideen übermittelt. Kerns zentrale Botschaft: "Es findet eine große Umwälzung statt, die quer durch Österreich geht."

Kern hat am Sonntag zu Protokoll gegeben, dass er keinen Rechtsruck der SPÖ sieht. Man habe aber vielleicht in einigen "politischen Feldern die Position adaptiert" und wäre "weiter in die Mitte gerutscht".

Kern: "Haben gute Chancen auf die Mehrheit"

Trotz derzeit widersprüchlicher Umfragen geht der SPÖ- Chef davon aus, dass er nach den Wahlen am 15. Oktober wieder in das Kanzleramt einziehen werde. "Ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Chance haben, eine Mehrheit in diesem Wahlkampf zu gewinnen", sagt Kern.

Seine zentralen Ziele für die nächste Regierung: Senkung der Steuern und Abgaben auf Löhne und Einkommen. Gegenfinanzierung durch höhere Belastung globaler Konzerne. Zudem mehr Druck auf Einsparungen in der Verwaltung.

Kommentar von Claus Pándi: ÖVP+FPÖ=böse, SPÖ+FPÖ=okay
Sollte es dem Industriellen Hans Peter Haselsteiner bei seiner mit allerlei illustrem Zierrat geschmückten Anti- FPÖ- Plattform um mehr als die bloße Aufmerksamkeit gegangen sein, hat er dem Bundeskanzler und SPÖ- Chef Christian Kern mit der Aktion einen Bärendienst erwiesen.
Für FPÖ und ÖVP ist dieses recht merkwürdige Prominentenkomitee jedenfalls ein gefundenes Fressen im Wahlkampf.

Kern muss sich sogar von einem Krawallblatt Fragen dazu gefallen lassen. Etwa was denn seine Frau in diesem Verein mache und ob das zu einem Ehekrach geführt habe? Und der Kanzler lässt sich darauf auch noch ein, und sagt, dass er das von seiner Frau "mutig und richtig" fände, weil sich das Komitee doch gegen Schwarz- Blau richte.

Was soll das heißen? Wenn es sich bei Kerns Antwort nicht um eine dem Fragesteller geschuldeten Scherz handeln sollte, könnte Kern glatt unterstellt werden, er hielte die FPÖ nur in Kombination mit der ÖVP für daneben. In einer Partnerschaft mit ihm wären die Freiheitlichen aber gleich besser.

Klingt nach schlichter Rechnung: ÖVP und FPÖ ist schlecht, hingegen wäre SPÖ und FPÖ nicht so übel? Klingt seltsam, aber ähnliches hatte auch schon der weit links stehende Biograf des Kanzlers gesagt. Nämlich, dass Rot- Blau nur die allerletzte Option sei. Im Vergleich zu einer schwarz- blauen Koalition wäre eine Zusammenarbeit der Sozialdemokratie mit den Freiheitlichen jedoch "weniger unappetitlich". Alles klar?

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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