Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
06.12.2016 - 19:28
Foto: APA/dpa-Zentralbild/Matthias Hiekel

Keine Prüfung auf Wechselwirkung bei Medikamenten

28.02.2014, 12:27
Eines der Hauptargumente für die E-Medikation in der elektronischen Gesundheitsakte ist der Schutz der Patienten vor gefährlichen Wechselwirkungen. Umso auffälliger ist, dass die zentrale und automatische Wechselwirkungsprüfung aus dem System gestrichen wurde, wie aus dem jüngst erschienen "ELGA-Handbuch" hervorgeht. Der Grund: Die Prüfung habe beim Pilotversuch nicht funktioniert, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

"Das war eines der Hauptprobleme beim Pilot", sagte Clemens Martin- Auer, Sektionschef im Gesundheitsministerium und einer der Verfasser des "ELGA- Handbuchs" am Freitag. Es gab zu viele Fehlermeldungen, teilweise war das System auch nicht sensibel genug. Derzeit gebe es kein wissenschaftlich fundiertes und ausgereiftes System, das man generell verwenden könne, so Auer. Die Lösung ist nun eine ganz und gar nicht elektronische: Die Prüfung auf Wechselwirkungen soll wie auch heute "in den Köpfen der ELGA- GDA (Gesundheitsdiensteanbieter, Anm.)" stattfinden, heißt es im Handbuch lapidar.

Ministerium: "System wird dadurch nicht obsolet"

Dass dadurch das ganze System obsolet werden könnte, ließ Auer nicht gelten. Schließlich bekämen die Ärzte erst durch die E- Medikation einen Überblick, was die Patienten bereits einnehmen oder von einem anderen Arzt verschrieben bekommen haben. Und, so Auer, aber auch die Chefin der ELGA- Gmbh, Susanne Herbek: Die meisten Praxen verwenden bereits heute elektronische Wechselwirkungssysteme, und genau mit diesen habe sich das zentrale System nicht vertragen und widersprüchliche Meldungen geliefert. Die Kritik sei daher vor allem von den Ärzten gekommen.

Ab 2015 soll die E- Medikation in öffentlichen Krankenhäusern, ab Mitte 2016 in Apotheken und Arztpraxen zur Verfügung stehen. Ärzte und Pharmazeuten sollen dann auf einen Blick sehen, welche Medikamente einem Patienten verschrieben wurden bzw. was er sich selbst in der Apotheke besorgt hat. Einen automatischen Alarm, wenn zwei Mittel in ihrem Zusammenwirken unangenehme oder gar lebensgefährliche Effekte haben, wird es - anders als im 2011 durchgeführten Pilotversuch - jedoch nicht geben.

Automatische Prüfung fehlt bereits im Gesetz

Allerdings ist dieses Prüfsystem schon in der im November 2012 beschlossenen Rechtsgrundlage der ELGA nicht mehr erhalten. Öffentlich kommuniziert wurde dieser Umstand jedoch nicht. Veröffentlicht wurde lediglich der Evaluierungsbericht zum Pilotversuch, in dem diverse Änderungen für den Regelbetrieb vorgeschlagen worden waren.

28.02.2014, 12:27
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum