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24.05.2017 - 22:09
An dieser Haltestelle wurde der Vierjährige in einen Wagen gezerrt.
Foto: Klemens Groh

Justizkrimi um verschleppten Vierjährigen in Wien

05.08.2014, 17:00
Der Fall des vermutlich nach Ungarn verschleppten Bernhard (4) könnte - wie auch schon die Causa Oliver - zu einem langen Justizkrimi ausarten. Nach wie vor fehlt von dem Vierjährigen jede Spur, nachdem der Bub am Montag im Wiener Bezirk Neubau von zwei Unbekannten in einen Lieferwagen gezerrt wurde.

Möglicherweise ist die Mutter mit Bernhard in der pannonischen Tiefebene untergetaucht, doch wo sich der Vierjährige tatsächlich aufhält, ist nicht bekannt. "Wir haben keine Ahnung, wo Kind und Mutter sich derzeit aufhalten. Es gibt eine Infosperre", so der Sprecher von Britta Schönhart, der Anwältin des Vaters. Auf Handyanrufe reagiert die Frau jedenfalls nicht, sagt der Vater des Buben.

Seit April hatte der kleine Bernhard bei Markus M. gelebt. Der Wissenschaftler hat im ungarischen Sopron Anzeige wegen Kindesentziehung erstattet. Doch auch wenn die Behörden den Vierjährigen aufspüren, ist noch lange nicht gesagt, dass er nach Österreich zurück kann - zumindest nicht so schnell. Sowohl Vater als auch Mutter haben das Sorgerecht.

Rückführung des Buben fraglich

Die Vorgehensweise am Montag - Bernhard wurde von zwei Unbekannten in einen Lieferwagen gezerrt - könnte der Ungarin zwar eine Strafe in Österreich einbringen, das heißt aber nicht automatisch, dass die magyarische Justiz den Vierjährigen zur Rückführung freigibt - zumindest im Fall Oliver war es so, weil Dänemark nicht an entsprechenden europäischen Abkommen teilnimmt.

Für die heimische Polizei ist der Fall rund um den vier Jahre alten Bernhard jedenfalls abgehakt. Mutter und Kind sind vermutlich über die Grenze - alles Weitere sei Sache der zivilen Gerichtsbarkeit.

05.08.2014, 17:00
Alex Schönherr, Kronen Zeitung/red
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