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08.12.2016 - 04:31
Foto: thinkstockphotos.de, Peter Tomschi, EPA/VALDRIN XHEMAJ

Ist DIESES Europa noch zu retten?

02.07.2016, 16:55

Auch in Österreich ist nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU eine heftige Diskussion über Sinn und Unsinn, über Ziele und Ziellosigkeit sowie über bürokratische Effizienz und Ineffizienz der Gemeinschaft ausgebrochen. Welche Vor- und Nachteile hat die EU - und welche Wege gibt es aus der aktuellen Krise der Union? Die "Krone" fragt ab heute, ob und wie DIESES Europa noch zu retten ist.

Unternehmer Lauda: "Immenser Schaden"
Ex- Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda diskutiert auf dem Red- Bull- Ring, auf dem gerade die Formel 1 Station macht, mit Freunden und Kollegen vor allem den Brexit: "Ich ärgere mich über die englischen Politiker. Die machen - nur um ihr eigenes Ego durchzusetzen - eine Volksbefragung, mit der kein Mensch gerechnet hat - und die geht dann auch noch in die Hose!" Die britische Politik habe damit, so Lauda, gegenüber dem eigenen Volk und gegenüber ganz Europa verantwortungslos gehandelt: "Der Schaden ist immens."

Foto: APA/EPA/DAVID EBENER

Staatsopernchef Meyer: "Zu viel Bürokratie"

"Im Laufe der Entwicklung der Europäischen Union wurden zwei große Fehler gemacht", meint Staatsoperndirektor Dominique Meyer. "Es wurden zu rasch Länder mit zu unterschiedlichen wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen aufgenommen, und es entstand sehr schnell zu viel Bürokratie." Meyer sieht zwei Wege aus der EU- Krise: "Europa ist zu retten, wenn es erstens gelingt, dass sich die Verwaltung auf Wesentliches konzentrieren und die Bürokratie deutlich abgebaut werden kann. Und wenn sich zweitens endlich echte Solidarität innerhalb der Union durchsetzt und die wirklich großen Probleme unserer Zeit wie die Flüchtlingskrise gemeinschaftlich ernsthaft angegangen werden."

Foto: APA/HANS KLAUS TECHT

Wissenschaftler Taschner: "Flutwelle nicht gestoppt"

Rudolf Taschner, Professor für Mathematik an der Technischen Universität Wien und erfolgreicher Buchautor, ist pessimistisch. Er kritisiert, dass die EU zu wenig in Infrastruktur und Ausbildung in Entwicklungsländern, z.B. in Afrika, investiert, und fragt: "Warum hat Europa nicht verstanden, dass nur damit die Flutwelle einer Einwanderung ungebildeter Völkerscharen aufzuhalten ist?"

Foto: APA/Günter R. Artinger

Politologin Sully: "EU muss flexibler sein"

Melanie Sully ist Britin und lebt als Politologin in Österreich. "Die EU hat bisher große Reformen vermieden. Zu groß sind die Unterschiede bei Themen wie Landwirtschaft oder Geld. Die EU braucht hier mehr Flexibilität." Der Brexit habe, so Sully, gezeigt, dass ein EU- Austritt unattraktiv sei. "Diese Abschreckung könnte die Union retten."

Foto: Privat

"EU- Bauer" Tisal: "Brüsseler Arroganz"

Manfred Tisal ist der "EU- Bauer" des Villacher Faschings: "Ich bin ein bekennender Europäer. Aber unsinnige Verordnungen, der Brexit, der CETA- TTIP- Alleingang und das ungelöste Flüchtlingsproblem wecken in mir Zweifel." Die EU ertrinke in einem Loch, das sie sich selber geschaufelt habe. "Man hört allerdings keinen Hilferuf der untätigen, hilflosen und überbezahlten 'Arroganzlinge' aus Brüssel."

Foto: APA/Rubra

ÖFB- Chef Windtner: "Kein vereintes Europa"

Leo Windtner, Generaldirektor der Energie Oberösterreich und Präsident des Österreichischen Fußballbundes, meint: "Wenn es so weitergeht, haben wir eine teilweise geeinte EU, aber kein vereintes Europa. Der Staatenbund hat nur dann eine Zukunft, wenn von der EU- Spitze Führungsverantwortung gezeigt wird und vor den Nationalisten nicht w. o. gegeben wird."

Foto: GEPA

TV- Star Lohner: "Mix aus Problemen"

"Die Vereinigten Staaten von Europa", lautete der Titel der Deutsch- Maturaarbeit von Chris Lohner. Von ihrer damals beschriebenen Vision "Einer für alle - und alle für einen" habe sich die EU heute weit entfernt. "Die Gemeinschaft ist ein Mix aus vielen Problemen. Eigentlich ist sie noch immer ein Pilotprojekt", so Lohner. "Geduld ist angesagt. Vielleicht wird diese EU kleiner - eine Art Planet mit Satelliten. Nur zerfallen soll dieses sensible Konstrukt nicht."

Foto: Servus Krone

Bischof Küng: "Einigende Kraft"

Der Bischof der Diözese St. Pölten, Klaus Küng, ist ein bekennender Pro- Europäer. Er appelliert an die Politik - und alle Europäer: "Europa braucht einigende Kraft. Es liegt an uns, Europa wieder eine Seele zu geben."

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

02.07.2016, 16:55
Kronen Zeitung
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