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03.12.2016 - 11:22
Foto: APA/Helmut Fohringer / Video: krone.tv

Hypo- U- Ausschuss: Noch kein Zeitplan festgelegt

26.02.2015, 13:05
Der U-Ausschuss zum Hypo-Desaster hat am Donnerstag im Parlament seine Arbeit aufgenommen. Inhaltlich passierte in der ersten Sitzung noch nichts, es standen nur formale Beschlüsse an, die nicht mehr als eine Viertelstunde in Anspruch nahmen. Eine Entscheidung, wie oft der U-Ausschuss tagen wird, gab es noch nicht. Die inhaltliche Arbeit dürfte erst nach Ostern beginnen, wenn nach dem Durchackern der Akten die ersten Zeugen ins Parlament kommen müssen.

Nach der formalen ersten Sitzung begannen die Abgeordneten im Rahmen einer Fraktionsführer- Sitzung damit, den weiteren Zeitplan zu besprechen. Neben dem Thema Redezeiten ging es bei dem nicht medienöffentlichen Treffen vor allem darum, an wie vielen Tagen im Jahr der Ausschuss tagen soll. Dabei wurde es zeitweise etwas lauter, da die Parteien doch unterschiedliche Vorstellungen haben. Die Bandbreite reicht nach Angaben mehrerer Abgeordneter von etwa 50 über 80 bis zu 100 Sitzungstagen im Jahr. Eine Entscheidung darüber gab es noch nicht.

Der Untersuchungsauftrag umfasst mehr oder weniger den ganzen Hypo- Komplex: Der erste Teil beschäftigt sich mit der Aufsichtstätigkeit der Organe des Bundes bzw. des Finanzministeriums in der Zeit ab dem Jahr 2000, als die Landeshaftungen von Kärnten regelrecht explodierten. Die weiteren Untersuchungen drehen sich dann um die Hintergründe rund um die Verstaatlichung und spätere Abwicklung der Hypo.

Bures: "Einer der schlimmsten Fälle der Zweiten Republik"

Man sei "der Bevölkerung im Wort", für politische Aufklärung zu sorgen, betonte Nationalratspräsidentin Doris Bures, die den Vorsitz führt. Es gehe darum, für "einen der schlimmsten Fälle der Zweiten Republik" einen U- Ausschuss zu nutzen, um zu sehen, was falsch gelaufen ist, wer die Verantwortung trägt und welche Maßnahmen gesetzt werden müssen, damit so etwas nie wieder passiere.

Der Hypo- U-Ausschuss ist der erste, der nach der neuen Rechtslage von der Opposition eingesetzt wurde. Auch Aktenanforderungen und Zeugenladungen sind großteils Minderheitsrecht, wiewohl die Opposition bestrebt ist, SPÖ und ÖVP möglichst mit ins Boot zu holen. Man werde sehen, ob die Regierungsparteien bereit seien, bei allen Schritten mitzugehen, meinte der grüne Fraktionsführer Werner Kogler. FPÖ- Fraktionsführer Elmar Podgorschek hofft jedenfalls, dass am Ende die Erkenntnis stehen werde, dass man Bankenwelt und Politik strikt trennen müsse.

Es gehe darum, herausfinden, wer profitiert hat, erklärte Team Stronach- Abgeordneter Robert Lugar. Wichtig sei es, bei der Aufklärung in die Tiefe zu gehen, betonte NEOS- Mandatar Rainer Hable. Möglichst "unvoreingenommen" will SPÖ- Fraktionschef Jan Krainer in den U- Ausschuss gehen. Man müsse die politische Verantwortung klären, aber auch Lehren für den Gesetzgeber ziehen. Das sieht auch seine ÖVP- Kollegin Gabriele Tamandl so: Konsequenz müsse sein, "dass es so etwas nicht mehr geben darf". Verbesserungsbedarf sieht sie etwa, was die Bankenaufsicht betrifft.

ÖVP: Ex- Finanzminister werden "selbstverständlich" aussagen

Obwohl die involvierten Finanzminister alle von ihrer Partei stammen, will Tamandl den Fall "ganz sachlich abarbeiten", wie sie betonte. Sie merkte aber auch an, dass die Finanzminister rundherum auch immer Berater etwa von der Nationalbank gehabt hätten, das müsse man schon mitberücksichtigen. Die ehemaligen Finanzminister würden "selbstverständlich" im U- Ausschuss aussagen, wobei Tamandl auch davon ausgeht, dass Bundeskanzler Werner Faymann als Regierungschef ebenfalls geladen wird.

26.02.2015, 13:05
AG/red
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