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24.05.2017 - 00:52
Der gerettete Höhlenforscher Marek Gizowsky im Spital: Erschöpft, aber in gutem Allgemeinzustand.
Foto: APA/SALK/WEINBERGER/SALK/WEINBERGER

Höhlenforscher geht es bereits "überraschend gut"

17.08.2014, 13:34
Mit dem Verlauf der Genesung des schwer verletzten polnischen Höhlenforschers Marek Gizowsky (27) sind die Ärzte des Uniklinikums Salzburg sehr zufrieden. "Heute geht es ihm eigentlich überraschend gut", sagte der Vorstand der Unfallchirurgie, Primar Herbert Resch, am Sonntag. "Alle Verletzungen sind ausheilbar", stellte der Mediziner eine optimistische Prognose.

Der Höhlenforscher war am Donnerstag in rund 250 Metern Tiefe in der "Jack Daniel's"- Höhle in Abtenau im Salzburger Tennengebirge beim Umhängen einer Seilsicherung ausgerutscht und acht Meter senkrecht in die Tiefe gefallen. Mit der linken Körperseite stürzte er auf eine Steinplatte, die laut Höhlenrettungsarzt Jacob Krammer mit emporwachsenden Tropfsteinen (Stalagmiten, Anm.) gespickt war.

Primar Herbert Resch beschreibt die Beckenverletzungen anhand eines Modells.
Foto: APA/NEUMAYR/MMV

Nach einer aufwendigen Rettungsaktion wurde der Verletzte 48 Stunden nach seinem Unfall am Samstag um 2.18 Uhr aus der Höhle geborgen und von einem Hubschrauber des Bundesheers noch in der Nacht in das Spital in die Stadt Salzburg gebracht.

"Nicht jeder überlebt Acht- Meter- Abstürze"

Marek G. erlitt eine stabile Beckenringverletzung, wobei es zu einem Bruch des Kreuzbeines und des Schambeinastes gekommen ist, wie Primar Resch am Sonntag erläuterte. Der Beckenbruch müsse aber nicht operiert werden. Der Unfall hätte noch dramatischere Folgen nehmen können, denn "nicht jeder überlebt Acht- Meter- Abstürze", gab Krammer zu bedenken.

Bei dem Absturz zog sich der Pole auch ein leichtes Schädel- Hirn- Trauma, zahlreiche Prellungen und Blutergüsse sowie eine Rippenfraktur zu. "Wichtig ist, dass die Lunge nicht verletzt ist. Er hat keine Atemprobleme. Der massive Bluterguss am linken Oberschenkel schmerzt ihn aber noch sehr. Und er fühlt sich noch etwas geschwächt. An den Unfallhergang kann er sich grob erinnern", schilderte Resch. Mit einer Physiotherapie soll bereits am Montag begonnen werden. "Wir werden ihn in den nächsten Tagen langsam mobilisieren", sagte Resch. Derzeit kann der Verletzte noch nicht aufstehen.

Sechs Wochen ans Bett gefesselt

Bis die Verletzungen ausheilen, werden laut den Ärzten ungefähr sechs Wochen vergehen. Wegen des Beckenbruches an der linken Seite dürfe Marek G. sechs Wochen lang das linke Bein nicht belasten, erklärte Resch. "Er muss auf Krücken gehen, und es bedarf einer ständigen Röntgenkontrolle."

Noch am Sonntag soll der Patient von der Anästhesie- Intensiv- Wachstation auf die Normalstation verlegt werden. Geplant ist, dass er bis Ende der kommenden Woche mit einem Rettungswagen in sein Heimatkrankenhaus nach Polen zur weiteren pflegerischen Betreuung überstellt wird. Das Datum des Transportes hänge von dem Allgemeinzustand des Patienten ab, erklärte Resch.

Psychologische Betreuung nach "Schockerlebnis"

Der Primar zeichnete aber ein optimistisches Bild, was die gesundheitliche Zukunft seines Patienten betrifft: "Meines Erachtens wird er wieder extremsportfähig werden. Er ist sehr athletisch." Die psychische Seite spiele dabei aber eine Rolle. Marek G. werde in der Unfallchirurgie deshalb auch psychologisch betreut. "Er hat ein Schockerlebnis, das er jetzt zu verarbeiten beginnt." Bisher war der Patient noch nicht sehr gesprächig.

Dem Polen sei der ganze Aufwand unangenehm, den er durch seinen Absturz ausgelöst habe, erklärte Krammer, weshalb der Patient Fernsehaufnahmen und Interviews am Krankenbett bisher ablehnte. Marek G. sei auch noch sehr ruhebedürftig. Sein Körper brauche Zeit, um sich zu regenerieren, sagte Krammer.

Kontakt zu Familie per Telefon

Der Verletzte hatte bereits telefonischen Kontakt zu seiner Familie in Polen und wurde von seinen Höhlenforscher- Kollegen besucht. "Er ist froh, dass er hier behandelt wird und dass er aus der Höhle heraußen ist", sagte Krammer. "Er macht einen fitten Eindruck für das, was er durchgemacht hat."

Weil der Patient kein Wort Deutsch und nur wenige Wörter Englisch spricht, hilft ein polnischer Kamerad am Telefon als Dolmetscher aus. "Er kommt auch manchmal vorbei", erzählte Resch. Lobend erwähnte er, dass die Einsatzkräfte und die Höhlenärzte eine wahre Meisterleistung vollbracht hätten. "Wir haben den Patienten in einem relativ guten Zustand vorgefunden. Der Kreislauf des Verletzten war stabil, und er war ansprechbar."

17.08.2014, 13:34
AG/red
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