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09.12.2016 - 12:11
Foto: thikstockphotos.de, APA/BARBARA GINDL

Heta: Österreich schreckte ganz Europa auf

17.03.2015, 17:15
Österreichs Entscheidung, die Gläubiger der zusammengebrochenen Kärntner Hypo Alpe Adria, nun Heta, mitzahlen zu lassen, wird vom gesamten Finanzmarkt in Europa mit Sorge betrachtet. Österreich ist das erste EU-Land, das ein Institut nach der neuen Bankenabwicklungsrichtlinie BRRD abwickelt. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg müssen nun in Europa Anleihen von knapp 1,3 Billionen Euro mit Gefahrenwarnungen versehen werden.

"Wie Österreich Kärnten fallen lässt, ist ein außergewöhnlicher Schritt. Wir müssen uns anschauen, wie das genau über die Bühne gebracht wird. Aus rechtlicher Sicht betreten wir hier Neuland", wird Anleihenanalyst Otto Dichtl vom Finzanzhaus Stifel Nicolaus Europe von Bloomberg zitiert.

Verluste von mehr als 40 Prozent möglich

Gläubiger vorrangiger Anleihen der Hypo- Abbaueinheit Heta müssten laut Dichtl mit Verlusten von mehr als 40 Prozent rechnen. Es geht um Bonds in Höhe von 10,2 Milliarden Euro, für die das Land Kärnten Ausfallsbürgschaften übernommen hat. Werden die Garantien fällig, steht das Bundesland vor der Insolvenz - die jährlichen Einnahmen Kärntens belaufen sich auf weniger als 2,4 Milliarden Euro.

Das Thema Staatsgarantien betrifft auch andere Länder. 2013, als dank neuer Regeln des Europäischen Rats erstmals Daten veröffentlicht wurden, haben sich diese in Europa auf 1,28 Billionen Euro belaufen.

Österreich mit höchsten Ausfallsbürgschaften

Österreich hat dem Bericht zufolge innerhalb der EU gemessen am BIP mit 113 Milliarden Euro die höchsten Ausfallsbürgschaften übernommen - 35 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung. Deutschland steht für 512 Milliarden Euro oder 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gerade, gefolgt von Spanien (193 Milliarden) und Frankreich (117 Milliarden Euro). Irlands Ausfallsbürgschaften summieren sich auf 32 Prozent seiner Wirtschaftsleistung, dies wegen des Zusammenbruchs seines Bankensektors.

"Es schaut nicht so aus, als ob die Österreicher hier einen Rückzieher machen. Wer könnten die nächsten sein - die Griechen?", fragt der Frankfurter Rechtsexperte Roger Kiem. Selbst die Spanier kommen seiner Ansicht nach infrage, wenn man sich die Verbindlichkeiten ihrer Vehikel für die Abwicklung von Banken- Assets ansehe. Aus Sicht von Moody's- Analystin Carola Schuler könnte die Heta- Thematik Investoren bei künftigen Entscheidungen den Wert von Staatsgarantien betreffend beeinflussen. Die Gläubiger stünden demnach vor einer rechtlich unklaren Situation, das werde wohl noch eine Zeit so bleiben.

17.03.2015, 17:15
AG/red
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