Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
24.02.2017 - 08:07
Foto: APA/GERT EGGENBERGER, thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik

HCB im Blut: 21 von 131 Proben über Referenzwert

12.03.2015, 11:32
Von den insgesamt 131 gezogenen Blutproben von Menschen aus dem mit HCB belasteten Kärntner Görtschitztal liegen 21 über dem Referenzwert. "Diese Personen haben eine höhere Belastung als 95 Prozent der österreichischen Bevölkerung", erläuterte Umweltmediziner Hans Peter Hutter am Donnerstag.

Was dieser erhöhte Hexachlorbenzolwert für die Betroffenen konkret bedeutet und ob ein etwaiges Gesundheitsrisiko vorliegt, wird in einer Sitzung am Freitag erörtert, an der Umweltorganisationen, die Medizinische Universität Wien, das Land Kärnten und das Bundesumweltamt teilnehmen. Anders als bei einem Cholesterinwert könne man nicht einfach in eine Tabelle schauen und seine Schlüsse ziehen, hieß es am Donnerstag.

"Ein vergleichbarer Fall findet sich weltweit nicht so schnell, das ist nicht schon Hunderte Male durchgespielt worden", erklärte Hutter. HCB sei eben schon früh verboten worden, deshalb gebe es keine Studien und Vergleichswerte. Die Berechnung eines konkreten Risikos sei im Fall des Görtschitztales entsprechend kompliziert, sagte Hutter.

"Hauptaufnahmeweg von HCB geht über die Ernährung"

Um die Betroffenen nicht zu weiter zu verunsichern, wollen Land, Bund, Umweltorganisationen und die Universität eine gemeinsame Sprachregelung finden. "Selbst ich habe oft ein Problem, Richtwerte, Grenzwerte und Referenzwerte auseinanderzuhalten, deshalb ist die gemeinsame Sprache so wichtig", erklärte der HCB- Krisenkoordinator des Landes, Albert Kreiner.

Da es keine Medikamente dafür gibt, den HCB- Abbau im Körper zu beschleunigen, könnte den betroffenen Görtschitztalern empfohlen werden, ihre Essgewohnheiten umzustellen. "Der Hauptaufnahmeweg von HCB geht über die Ernährung", erklärte Hutter. Besonders in Milch und Fleisch der Region wurden - und werden zum Teil noch - auffällige HCB- Konzentrationen gemessen. Obst und Gemüse - und damit die Hausgärten der Region - sind nicht betroffen.

Bio- Monitoring im Görtschitztal

Menschen mit hohen HCB- Belastungen müssten letztlich darauf achten, so wenig HCB wie möglich aufzunehmen. "Das geht nur, indem man die Bilanz zwischen Zufuhr und Abbau im Körper so beeinflusst, dass die Abgabe höher ist", erklärte Hutter. Der Umweltmediziner brach auch eine Lanze für die betroffenen Bio- Bauern in der Region. "Es ist ein Paradoxon, dass jene Leute zum Handkuss kommen und ihre Milch wegschütten müssen, die bestrebt sind, und möglichst natürliche Lebensmittel zur Verfügung zu stellen", sagte Hutter.

"Wir müssen den Menschen wieder eine Perspektive geben", erklärte dazu Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ). Das Görtschitztal wird schon jetzt einem permanenten Bio- Monitoring unterzogen. Das soll auch künftig so bleiben. Damit soll gewährleistet werden, dass aus der Region die "am besten kontrollierten Lebensmittel des Landes" kommen.

Zuletzt wurde ermittelt , dass das Umweltgift HCB insgesamt 396 Tage lang über den Fabriksschlot des Zementwerks in die Luft geblasen wurde. Wie der Blaukalk gut ein Jahr lang unkontrolliert verwertet werden konnte, gibt aber weiter Rätsel auf.

12.03.2015, 11:32
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum