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05.12.2016 - 10:32
Foto: Klemens Groh

Hassen Sie die Autofahrer, Frau Vassilakou?

01.07.2016, 17:00

Wiens Planungsstadträtin Maria Vassilakou von den Grünen spricht im "Krone"- Interview über echte und künstliche Staus, Verschwörungstheorien, ihren Chauffeur, Lobautunnel, Mindestsicherung und die neue Wahl.

"Krone": Frau Vizebürgermeisterin, Herr Gernot Blümel von der ÖVP ist der Meinung, Sie würden in einer Parallelwelt leben . Wie ist es dort so?
Maria Vassilakou: In einer Parallelwelt leben die Blümels dieser Welt, die in 1000- Euro- Anzügen herumlaufen, dann aber denjenigen, die nichts mehr haben, auch noch das Brot aus der Hand wegnehmen wollen. Wenn er diesen Weg, der jahrelang erfolglos war für die ÖVP, fortsetzt, dann kann er seinen nächsten Parteitag in einer Telefonzelle abhalten.

"Krone": Fangen wir mit dem Schwedenplatz an. Die Abbiegespur wird wegfallen - was die Autofahrer empört.
Vassilakou: Das kommt vermutlich in sieben bis acht Jahren. Verkehrsstudien belegen, dass die Integration der Abbiegespur in die Geradeausspur keinen Rückstau verursacht. Dazu ist auch zu sagen, dass die Anzahl der Fahrzeuge, die im Herzen der Stadt in sieben bis acht Jahren fahren werden, zurückgeht.

"Krone"-Blick ins Büro von Maria Vassilakou
Foto: Klemens Groh

"Krone": Der Getreidemarkt wird während der Umbauten zweispurig sein. Droht nicht täglich ein Superstau?
Vassilakou: Es gibt eine vorübergehende Umleitung während der Sanierung, deswegen setzen wir die meisten Baumaßnahmen in der Ferienzeit um.

"Krone": Wann sind Sie das letzte Mal dort mit dem Auto gefahren?
Vassilakou: Vielleicht letzte Woche.

"Krone": Am Steuer?
Vassilakou: Nein, ich lenke selten selbst.

"Krone": Wann haben Sie das letzte Mal selbst gelenkt?
Vassilakou: Das kann ich Ihnen jetzt nicht sagen.

"Krone": Sie sind also heute mit dem Rad ins Rathaus gefahren?
Vassilakou: Nein, heute bin ich nicht mit dem Rad gefahren.

"Krone": Also mit Chauffeur.
Vassilakou: Ich habe nie behauptet, dass ich alle Wege mit dem Rad mache, noch habe ich das je von jemandem eingefordert. Ich stehe für eine Verkehrspolitik der freien Wahl.

"Krone": Die wenigsten können allerdings eine Fahrt mit Chauffeur wählen.
Vassilakou: Darum geht es auch nicht. Die wenigsten brauchen auch einen. Grundsätzlich kann man eine Diskussion darüber führen, ob ein Regierungsmitglied einen Dienstwagen braucht.

Foto: Klemens Groh

"Krone": Warum sind Sie so vehement gegen den Lobautunnel?
Vassilakou: Der Lobautunnel ist Teil einer Verkehrsplanung, die mehrere Jahrzehnte zurückliegt und nicht mehr State of the Art ist. Unbestritten ist aber, dass Wien eine sechste Donauquerung braucht. Fraglich ist, wo die sein soll. Meine Skepsis bezieht sich auf die gewählte Stelle, die den Nationalpark Lobau stark beeinträchtigt. Außerdem wird die Entlastungswirkung für die Tangente nur eine geringe sein. Jetzt entscheiden die Gerichte.

"Krone": Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Staus künstlich erzeugt werden, um die Wiener auf Fahrräder und in die Öffis zu zwingen.
Vassilakou: Es gibt viele unsinnige Verschwörungstheorien. Es gibt auch Leute, die glauben, dass wir von Flugzeugen besprüht werden.

"Krone": Hassen Sie die Autofahrer?
Vassilakou: Aber geh! (lacht) Ich fahre ja selbst Auto. Das Auto ist Teil unseres Lebens. Meine Aufgabe ist es, daran zu arbeiten, dass es unser Leben nicht dominiert. Mich nerven nur jene, die im Verkehr andere gefährden und schlicht und ergreifend deppert sind. Egal, was diese Person fährt.

Maria Vassilakou
Foto: Klemens Groh

"Krone": Themenwechsel zur Mindestsicherung. Ist das Modell, wie es jetzt ist, perfekt?
Vassilakou: Kürzt man sie, bedeutet es, dass Menschen in die Obdachlosigkeit oder in Massenquartiere getrieben werden. Es bedeutet Hunger und Elend. Zynisch finde ich, dass jene, die keinen Tag Not erlebt haben, anderen das Nötigste zum Überleben wegnehmen wollen. Aber sehr viele Menschen sind zu Recht wütend, weil sie sagen: Ich gehe arbeiten und verdiene weniger als die Mindestsicherung. Die Löhne gehören erhöht.

"Krone": Wenn in Wien die Mindestsicherung höher ist als in anderen Bundesländern, fürchten Sie dann einen Tourismus nach Wien?
Vassilakou: Das sind bewusste Kürzungen, um die Menschen nach Wien zu schicken und das Modell Mindestsicherung auszuhöhlen.

"Krone": Was sagen Sie zur Wiederholung der Stichwahl ?
Vassilakou: Der Rechtsstaat ist unser höchstes Gut. Die Entscheidung ist zu respektieren.

01.07.2016, 17:00
Michael Pommer, Kronen Zeitung
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