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16.08.2017 - 15:15
Zig-Tausende Euro an offenen Parkstrafen kommen in Graz öfter vor, als man glauben möchte...
Foto: "Krone"

Grazer hat offene Parkstrafen von 183.000 Euro

06.03.2016, 05:00

Ein Grazer hat unfassbare 183.000 Euro an offenen Parkstrafen angesammelt. Geld ist bei dem Mann offenbar keines zu holen. Die Ersatzfreiheitsstrafe (die würde 3660 Tage betragen!) muss er nicht antreten. In zumindest zwei Fällen wurde er für haftuntauglich erklärt - wegen zu hohen Blutdrucks. Das ist aber kein Einzelfall...

563 Mal hat der Grazer falsch geparkt bzw. aufs Park- Ticket gepfiffen. Im Laufe der Zeit haben sich 183.000 Euro an offenen Parkstrafen aufgetürmt (davon sind 25.000 Euro bereits verjährt).

Haftuntauglich, weil der Blutdruck zu hoch ist

Aber wie kommt so eine unglaubliche Summe überhaupt zustande? Mit der Zahl der Vergehen steigt auch die Strafe für Parksünder - bis zu 218 Euro. Dazu kommen Kosten für die Anonymverfügung (35 Euro), die Strafverfügung bzw. die Strafe für das Ignorieren der Lenkerauskunft, die Exekutionskosten usw.

Weil vom Gerichtsvollzieher die Uneinbringlichkeit der offenen Parkstrafen festgestellt wurde, müsste der Grazer eigentlich eine Ersatzfreiheitsstrafe antreten - für Parksünder berechnet die Stadt Graz einen Tagsatz von 50 Euro. Das wären in diesem Fall 3660 Tage, also zehn Jahre Knast.

Die Polizei hat diesbezüglich Versuche unternommen und den Parksünder "einkassiert" - jedoch vergeblich. In zumindest zwei Fällen hat eine Polizeiärztin zu hohen Blutdruck diagnostiziert und den Mann für haftuntauglich erklärt. Also wurde er jedes Mal heimgeschickt - mit dem Führerschein in der Tasche...

Ginge der Mann hinter Gitter, hätte er quasi lebenslänglich - am Stück dürfte er nämlich immer nur sechs Wochen absitzen, dann müsste man ihn für sechs Monate frei lassen.

"Das Recht wird verhöhnt"

Ziemlich angezipft ist der Grazer Verkehrsstadtrat Mario Eustacchio (FP): "Hier wird das Recht verhöhnt. Man sollte zumindest den Wagen des Mannes einkassieren, auch wenn der nur 50 Euro bringt. Damit würde ihm zumindest die Grundlage für seine ständigen Rechtsbrüche entzogen werden."

Kein Einzelfall: Zweiter Platz mit 80.000 Euro

Wer glaubt, es handelte sich bei obigem Fall um einen Ausreißer, der irrt. So gibt es einen Grazer, der 80.000 Euro an Parkstrafen angesammelt hat (er hat nicht einmal einen Führerschein) - sein Sohn hat es auch schon auf 20.000 Euro "gebracht". Ein anderer hat 70.000 Euro an offenen Parkstrafen, ein anderer 35.000, ein weiterer 26.000 Euro. Ein Grazerin zeigt sich als Parksünderin durchaus emanzipiert - sie hat 32.000 Euro beisammen.

06.03.2016, 05:00
Gerald Richter, Kronen Zeitung
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