Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
09.12.2016 - 10:41
Foto: ANITA MARIC/EPA/picturedesk.com

Gigaliner müssen vorerst zurück an den Start

18.03.2014, 15:29
Riesen-Lkw mit bis zu 25 Metern Länge bzw. 60 Tonnen Gewicht werden nicht so bald über Österreichs Straßen rollen. Der Verkehrsausschuss im EU-Parlament hat einen Vorschlag für die grenzüberschreitende Zulassung der Gigaliner am Dienstag abgelehnt. Die EU-Kommission muss nun einen neuen Vorschlag vorlegen, das Thema ist also noch nicht vom Tisch. Dennoch herrschte in Österreich vorerst einmal Freude.

Verkehrsministerin Doris Bures sieht die Ablehnung vom Dienstag als "sowohl verkehrs- als auch umweltpolitisch richtungsweisend". Gigaliner "sind ein enormes Sicherheitsrisiko und würden Milliardenkosten im Bereich der Infrastruktur verursachen". Außerdem würde die Bahn dadurch Fracht an die Straße verlieren, während das politische Ziel in die Gegenrichtung laufe.

Der Verkehrsausschuss des Europaparlaments vertagte am Dienstag die Entscheidung über die EU- weite Zulassung der Gigaliner. Die Abgeordneten fordern von der EU- Kommission zunächst eine genaue Untersuchung der möglichen Folgen, sollten Gigaliner- Fahrten über Grenzen hinweg legalisiert werden. Die EU- Kommission wollte den grenzüberschreitenden Einsatz von Riesen- Lkw in jenen Staaten erlauben, in denen die Lkw bereits zugelassen sind. Pro Fahrt sollte nur ein Grenzübertritt erlaubt sein. Kritiker fürchten dennoch, dass Länder wie Österreich dadurch wirtschaftlich unter Druck geraten.

EU- Parlamentarier durch die Bank glücklich

Der ÖVP- Europaabgeordnete Hubert Pirker zeigte sich erfreut über die "parteiübergreifende Allianz gegen die Zulassung der Monster- Lkw im grenzüberschreitenden Verkehr". Es bleibe damit nationale Angelegenheit, ob die 60- Tonner zugelassen werden - für Österreich sei das keine Option.

Der SPÖ- Delegationsleiter im Europaparlament, Jörg Leichtfried, hat die Entscheidung als "schwere Niederlage" für EU- Verkehrskommissar Siim Kallas bezeichnet. Gleichzeitig handle es sich um ein "sehr gutes Ergebnis für Österreich". Die großen Parteifamilien Konservative und Sozialdemokraten sowie Liberale und Grüne hätten geschlossen dagegen gestimmt.

Die Grüne EU- Abgeordnete Eva Lichtenberger sprach von einer "Vollbremsung", die richtig sei. Der EU werde aber lediglich mehr Zeit für eine verantwortungsvolle Antwort gegeben. Ein wichtiges Signal sei, dass sich die Abgeordneten über alle Fraktionsgrenzen hinweg einig waren, so Lichtenberger. Europäische Gesetze dürften nicht im Blindflug verabschiedet werden.

Vida, AK und VCÖ ebenfalls begeistert

Auch die Gewerkschaft vida sieht mit der Entscheidung "die europäische Gigaliner- Lobby und die liberalisierungswütige EU- Kommission in die Schranken verwiesen". Die EU- Abgeordneten hätten damit "ein Zeichen der Vernunft zugunsten von Umwelt, Sicherheit sowie im Sinne der Berufskraftfahrer und der Steuerzahler gesetzt", so Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida. Es gebe nun "eine Atempause im Kampf für eine faire und ökologische Güterverkehrspolitik", aber "die Gigaliner- Lobby wird sich mit dem Ergebnis nicht abfinden".

Aus Sicht der Arbeiterkammer hat der EU- Verkehrsausschuss "die Notbremse bei den Gigalinern gezogen" und "einen wichtigen Schritt in Richtung Verlagerung von mehr Gütertransporten auf die Schiene gesetzt", so die Leiterin der AK Abteilung Verkehrspolitik, Sylvia Leodolter.

Freude herrschte auch beim VCÖ vor. "Damit konnte verhindert werden, dass Österreich gezwungen wird, die Autobahnen für die Monstertrucks umzubauen. Das hätte mehrere Milliarden Euro gekostet" schreibt die Interessensvertretung in einer Aussendung. Positiv sei, dass Lkw künftig so gebaut werden sollen, dass Fußgänger und Radfahrer besser geschützt werden. Eine aerodynamischere Front könne helfen, sieben bis zehn Prozent des Sprits zu sparen.

18.03.2014, 15:29
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum